Klare Ochsenschwanzsuppe mit Wurzelgemüse
Gerösteter Ochsenschwanz gibt der klaren Brühe Tiefe; nach langem, leisem Garen wird sie passiert, entfettet und mit Wurzelgemüse serviert.
Rösten baut kräftige Aromen auf, ruhige Hitze hält die Brühe klar. Nach dem Passieren und Kühlen kommen ausgelöstes Fleisch und frisch gegartes Gemüse hinein.

Zutaten
Für Röstansatz und Brühe
Für Röstansatz und Einlage
Für Brühe und Finish
Zum Würzen
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Ochsenschwanz und Gemüse rösten
- 1
Ochsenschwanz portionsweise kräftig anbraten
Zutaten für diesen Schritt
Ochsenschwanzstücke sorgfältig trocken tupfen. Rapsöl in einem schweren, großen Topf bei mittelhoher bis hoher Hitze erhitzen. Die Stücke in mehreren Chargen mit Abstand auf den Schnittflächen anbraten und erst wenden, wenn sie sich leicht lösen. Jede Charge 8–10 Minuten rundum kastanienbraun rösten und anschließend herausnehmen.
Notiz
Dunkelbraune Röstflächen sind erwünscht, schwarze Stellen nicht. Angebrannte Punkte auswischen, bevor die nächste Charge in den Topf kommt.
- 2
Wurzelgemüse im Bratensatz rösten
Zutaten für diesen Schritt
Zwiebeln quer halbieren und mit der Schale verwenden. Die für diesen Schritt ausgewiesenen Anteile von Möhren, Knollensellerie und Petersilienwurzel putzen und grob würfeln; den Lauch längs öffnen, gründlich waschen und grob schneiden. Zwiebeln mit der Schnittfläche zuerst in den Bratensatz legen, das übrige Gemüse zugeben und alles 10–12 Minuten rösten, bis goldbraune Kanten entstehen. Den Ochsenschwanz währenddessen beiseitestellen.
Notiz
Lauch bräunt schneller als das feste Wurzelgemüse. Bei dunklen Kanten die Hitze reduzieren und häufiger wenden.
- 3
Bratensatz lösen und Brühe kalt aufsetzen
Zutaten für diesen Schritt
Wacholderbeeren leicht andrücken. Ochsenschwanzstücke zurück auf das Röstgemüse legen. Einen kleinen Anteil des kalten Wassers angießen und den Bratensatz mit einem Holzlöffel vollständig vom Topfboden lösen. Das übrige Wasser zugeben. Von der Petersilienportion dieses Schritts die Blätter abzupfen und abgedeckt für das Finish kühlen; nur die Stiele mit Lorbeer, Pfefferkörnern, Wacholder und dem ausgewiesenen Salz in den Topf geben.
Notiz
Kaltes Aufsetzen und vollständig gelöster Bratensatz geben der Brühe Tiefe, ohne eine Bindung zu erzeugen.
Abschnitt
Leise garen, Fleisch auslösen und Brühe klären
- 4
Brühe langsam erhitzen und abschäumen
Den Topfinhalt über 25–30 Minuten langsam bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen. Sobald einzelne kleine Bläschen aufsteigen, grauen Eiweißschaum mit einer flachen Kelle abheben. Danach die Hitze so einstellen, dass sich die Oberfläche nur leicht bewegt; die Ochsenschwanzbrühe darf weder rollen noch sprudelnd kochen.
Notiz
Während des Abschäumens nicht umrühren. So bleiben Eiweißflocken an der Oberfläche und lassen sich sauber entfernen.
- 5
Ochsenschwanz lange und leise garen
Die Brühe mit schräg aufgelegtem Deckel 3–3,5 Stunden sehr leise simmern lassen. Der Flüssigkeitsstand muss die Ochsenschwanzstücke während der gesamten Garzeit bedecken; sinkt er bis an deren Oberkante, den Deckel etwas weiter schließen und die Hitze reduzieren, damit kaum weitere Brühe verdampft. Die Garphase ist beendet, wenn sich das Fleisch mit einer Gabel leicht vom Knochen schieben lässt und die Gelenke weich nachgeben. Bei stärkerem Kochen die Hitze sofort senken, damit Fett und Fleischfasern die Brühe nicht eintrüben.
Notiz
Das Garzeichen ist entscheidend. Große, fleischreiche Gelenkstücke können etwas länger benötigen.
- 6
Ochsenschwanz herausheben und Fleisch auslösen
Ochsenschwanzstücke behutsam aus der Brühe heben und so weit abkühlen lassen, dass sie sich sicher anfassen lassen. Das noch warme Fleisch sorgfältig von Knochen, harten Sehnen und großen Fettstücken lösen, auf kleine Knochensplitter prüfen und mundgerecht zupfen. Das ausgelöste Fleisch abgedeckt kalt stellen.
Notiz
Weiche, saubere Gelatinepartien dürfen am Fleisch bleiben; harte Knorpelstücke und loses Fett aussortieren.
- 7
Brühe fein passieren
Die Brühe mit einer Suppenkelle langsam und portionsweise durch ein feines Sieb in einen sauberen Topf geben. Röstgemüse und Gewürze weder drücken noch ausstreichen; den trüben Bodensatz im ersten Topf zurücklassen. Falls feine Schwebstoffe sichtbar bleiben, die Brühe kurz stehen lassen und den klaren oberen Anteil erneut ruhig durch das ausgespülte Feinsieb gießen.
Notiz
Ruhiges Gießen hält feine Schwebstoffe zurück und bewahrt die bernsteinfarbene Klarheit.
- 8
Brühe rasch kühlen und gründlich entfetten
Die passierte Ochsenschwanzbrühe zum schnellen Abkühlen in flache, hitzefeste Behälter füllen und bei Bedarf in ein kaltes Wasserbad stellen. Sobald sie nicht mehr dampft, abgedeckt mindestens 6 Stunden oder über Nacht kalt stellen. Die feste Fettschicht vorsichtig abheben, ohne die darunter leicht gelierte Brühe aufzuwirbeln.
Notiz
Eine leicht gelierte, klare Brühe zeigt, dass sich Gelatine aus dem Ochsenschwanz gelöst hat; sie braucht keine Mehl- oder Stärkebindung.
Abschnitt
Frische Einlage garen und servieren
- 9
Frisches Wurzelgemüse bissfest garen
Zutaten für diesen Schritt
Die entfettete Brühe langsam erhitzen. Die für diesen Schritt ausgewiesenen Anteile von Möhren, Knollensellerie und Petersilienwurzel schälen und in kleine, gleichmäßige Würfel oder kurze Stifte schneiden. In der leise simmernden Brühe 8–10 Minuten garen. Lauch gründlich waschen, in feine Ringe schneiden und erst für die letzten 3–4 Minuten zugeben. Das Gemüse soll weich genug zum Essen sein, aber klare Kanten behalten.
Notiz
Auch beim Garen der Einlage starkes Sprudeln vermeiden, damit die Brühe klar und das Gemüse in Form bleibt.
- 10
Fleisch erwärmen und Suppe abschmecken
Zutaten für diesen Schritt
Das ausgelöste Ochsenschwanzfleisch zur gegarten Gemüseeinlage in die heiße Brühe geben und 3–4 Minuten nur erwärmen. Mit dem für diesen Schritt ausgewiesenen Salz und weißem Pfeffer abschmecken. Die Petersilienportion dieses Schritts zusammen mit den zuvor reservierten Blättern fein schneiden und unmittelbar vor dem Servieren einstreuen. Die Brühe soll klar und kräftig schmecken, das Fleisch leicht nachgeben, das Gemüse klare Konturen behalten und die Oberfläche nur fein glänzen.
Notiz
Sprudelndes Kochen zerfasert das Fleisch und kann die bereits geklärte Brühe wieder trüben.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.
Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.
Kalorien
449.4 kcal
pro Portion
2696.2 kcal
gesamt aktuell (6 Portionen)
Kohlenhydrate
16 g
pro Portion
96.3 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Protein
30.7 g
pro Portion
184.1 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Fett
29.9 g
pro Portion
179.6 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Ballaststoffe
5.94 g
pro Portion
35.6 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Zucker
7.03 g
pro Portion
42.2 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Salz
3.5 g
pro Portion
21 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Anmerkung
Die Suppe ist als kräftige Vorspeise geplant. Brühe und ausgelöstes Fleisch getrennt kühlen; die frische Gemüseeinlage erst vor dem Servieren garen.
FAQ
Häufige Fragen
Meist kocht die Brühe zu stark, wird unnötig gerührt oder das Röstgemüse beim Passieren ausgedrückt. Nur leise simmern, den ersten Schaum abheben und die Brühe ohne Druck langsam durch das Sieb gießen.
Das Fleisch lässt sich mit einer Gabel leicht vom Knochen schieben und die Gelenke geben weich nach. Die Zeit dient nur als Rahmen, weil Größe und Fleischanteil der Stücke schwanken.
Für eine zuverlässig klare, fettarme Oberfläche ist das Kühlen die sauberste Methode. Das Fett erstarrt oben und lässt sich abheben, ohne die Brühe aufzuwirbeln. Warmes Abschöpfen funktioniert, entfernt aber meist weniger Fett.
Ja. Brühe und ausgelöstes Fleisch zügig abkühlen und getrennt im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren die Brühe entfetten, das frische Gemüse darin garen und das Fleisch zuletzt nur erhitzen.
Besser nicht. Das Röstgemüse hat seinen Geschmack an die Brühe abgegeben, ist sehr weich und kann sie beim Zerfallen trüben. Frisch gegartes Wurzelgemüse behält Farbe, Form und leichten Biss.
Brühe und Fleisch rasch abkühlen und luftdicht verpackt im Kühlschrank höchstens zwei bis drei Tage aufbewahren. Zum Einfrieren beides ohne frische Gemüseeinlage verpacken; das Gemüse nach dem Auftauen frisch garen.
Die klare Variante wird passiert und entfettet, aber weder mit Mehl oder Stärke noch mit Sahne gebunden. Ihren Körper erhält sie durch die beim langen Garen gelöste Gelatine; das ausgelöste Fleisch kommt als Einlage zurück.