Soljanka nach DDR-Art mit Letscho – sämig und fein säuerlich
Kräftige Soljanka mit Kasseler, Jagdwurst, Cabanossi, Letscho und Gurkenwasser: herzhaft, gut vorzubereiten und ausgewogen säuerlich.
Soljanka wird besonders rund, wenn Wurst kräftig bräunt, Tomatenmark dunkelrot röstet und Gurkenwasser erst nach der Brühe dazukommt. So bleibt sie würzig, sämig und angenehm säuerlich.

Zutaten
Fleisch, Wurst und Aromabasis
Tomatenbasis und Gemüse
Säure, Gewürze und Abschluss
Zum Servieren
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Aromabasis aufbauen
- 1
Kasseler und Wurst schneiden und kräftig anrösten
Zutaten für diesen Schritt
Kasseler in mundgerechte Würfel schneiden, Jagdwurst nicht zu fein würfeln und Cabanossi in halbe Scheiben schneiden. Sonnenblumenöl im Topf erhitzen, Fleisch und Wurst hineingeben und bei mittelhoher Hitze anrösten, bis die Kanten sichtbar gebräunt sind und sich am Topfboden ein heller Bratensatz bildet. Dabei nicht dauerhaft rühren, sonst bräunen die Stücke kaum.
Notiz
Der Bratensatz ist gewollt und gibt der Soljanka Tiefe. Schwarz darf er nicht werden, sonst schmeckt die Suppe bitter.
- 2
Zwiebeln im Bratensatz weich schwitzen
Zutaten für diesen Schritt
Zwiebeln würfeln und Knoblauch fein hacken. Die angerösteten Fleisch- und Wurststücke kurz an den Topfrand schieben oder herausnehmen, falls der Topf eng ist. Zwiebeln in den Bratensatz geben und bei mittlerer Hitze glasig bis leicht goldgelb schwitzen. Knoblauch erst zum Schluss zufügen, damit er duftet, aber nicht dunkel wird.
Notiz
Zu dunkel gerösteter Knoblauch wirkt bitter und stört die feine Säure der Soljanka.
- 3
Tomatenmark dunkelrot rösten
Zutaten für diesen Schritt
Tomatenmark zu Zwiebeln, Knoblauch und Wurst geben und gründlich unterrühren. Bei mittlerer Hitze rösten, bis es nicht mehr roh riecht, deutlich dunkler wird und am Topfboden leicht ansetzt. Genau dieser Moment sorgt später für Bindung und einen runden, nicht dünnen Geschmack.
Notiz
Wenn das Tomatenmark sofort sehr trocken wirkt, die Hitze etwas reduzieren, aber noch nicht mit Flüssigkeit ablöschen.
- 4
Letscho und Tomaten einarbeiten
Zutaten für diesen Schritt
Letscho bei Bedarf etwas kleiner schneiden, dann mit den stückigen Tomaten in den Topf geben und den Bratensatz mit einem Kochlöffel lösen. Die Tomatenbasis offen köcheln lassen, bis sie dichter wirkt und die Paprikastücke vom Letscho weich werden. So schmeckt die Basis gekocht statt dosig.
Notiz
Die Soljanka soll jetzt kräftig tomatig riechen und eine leicht glänzende Oberfläche bekommen.
Abschnitt
Suppe köcheln und ausbalancieren
- 5
Mit Brühe auffüllen und sanft köcheln
Zutaten für diesen Schritt
Den größten Teil der Rinderbrühe angießen und einen kleinen Rest für die Konsistenz am Ende zurückbehalten. Alles gründlich verrühren, damit sich der Tomatenansatz vollständig löst. Lorbeerblätter zugeben, die Soljanka aufkochen und dann nur leise köcheln lassen. Die Oberfläche soll sich bewegen, aber nicht wild sprudeln.
Notiz
Starkes Kochen macht die Wurst schneller trocken und kann die Suppe trüb wirken lassen.
- 6
Gurkenstreifen und Gurkenwasser dosiert zugeben
Zutaten für diesen Schritt
Gewürzgurken in feine Streifen schneiden. Gurken und Gurkenwasser einrühren und die Soljanka weiter sanft köcheln lassen, bis die Gurken etwas weicher sind, aber noch Biss behalten. Die Säure soll deutlich schmeckbar sein, sich aber mit Tomate, Rauch und Brühe verbinden, statt spitz hervorzustechen.
Notiz
Nicht zu früh nachsalzen: Gurkenwasser und Kasseler bringen oft mehr Würze mit, als man beim ersten Probieren erwartet.
- 7
Paprika einrühren und die Sämigkeit entwickeln
Zutaten für diesen Schritt
Edelsüßes Paprikapulver und geräuchertes Paprikapulver einrühren. Die Soljanka offen weiterköcheln lassen, bis sie sichtbar sämiger wird und am Löffel leicht haftet. Falls sie stärker einkocht als gewünscht, mit der zurückbehaltenen Brühe lockern und nochmals kurz sanft erhitzen.
Notiz
Paprikapulver sollte nicht trocken am Topfboden rösten, weil es schnell bitter werden kann.
- 8
Kurz ruhen lassen und final abschmecken
Zutaten für diesen Schritt
Den Topf vom Herd ziehen und die Soljanka ruhen lassen. Lorbeerblätter entfernen. Bio-Zitrone waschen, halbieren und aus einer Hälfte etwas Saft direkt in die Suppe pressen. Zucker, Salz und Pfeffer einrühren, bis Tomate, Rauch, Gurke und Säure rund wirken.
Notiz
Die Ruhezeit macht die Säure runder und verhindert, dass du aus Ungeduld zu stark nachwürzt.
Abschnitt
Servieren
- 9
Mit Saurer Sahne, Petersilie und Zitrone anrichten
Zutaten für diesen Schritt
Petersilie fein hacken und die übrige Zitronenhälfte in Spalten schneiden. Die heiße Soljanka in tiefe Teller oder Schalen füllen. Saure Sahne daraufgeben, mit Petersilie bestreuen und Zitronenspalten dazureichen. Beim Essen kann jeder noch Zitrone ausdrücken, ohne dass der ganze Topf zu sauer wird.
Notiz
Saure Sahne nicht im Topf sprudelnd aufkochen, sonst kann sie ausflocken und die Oberfläche wirkt grisselig.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.
Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.
Kalorien
449.9 kcal
pro Portion
2699.4 kcal
gesamt aktuell (6 Portionen)
Kohlenhydrate
16.9 g
pro Portion
101.4 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Protein
23.2 g
pro Portion
139 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Fett
31.9 g
pro Portion
191.7 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Ballaststoffe
3.93 g
pro Portion
23.6 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Zucker
11 g
pro Portion
65.8 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Salz
5.27 g
pro Portion
31.6 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Anmerkung
Für eine Soljanka wie bei Oma zählt die Balance: Wurst kräftig anrösten, Tomatenmark dunkelrot rösten und die Säure über Gurkenwasser sowie Zitrone fein einstellen. Letscho sorgt für die typische DDR-Note und eine leichte Bindung. Wer es milder mag, nimmt beim Essen weniger Zitrone und rührt etwas mehr Saure Sahne unter.
FAQ
Häufige Fragen
Die Version orientiert sich klar an Soljanka nach DDR-Art: mit Kasseler, Jagdwurst, Cabanossi, Letscho und Gewürzgurken. Russische Soljanka ist die Grundlage, wird aber je nach Region und Haushalt sehr unterschiedlich gekocht. Darum ist „original“ bei Soljanka eher eine Stilfrage als eine einzige feste Zutatenliste.
Die Bindung entsteht durch kräftig angeröstetes Tomatenmark, Letscho, stückige Tomaten und offenes Köcheln. Wichtig ist, das Tomatenmark wirklich dunkelrot zu rösten und die Suppe am Ende etwas einkochen zu lassen. Mehl ist nicht nötig und würde die würzig-säuerliche Art eher dumpf machen.
Ja, Soljanka ist ideal zum Vorbereiten. Koche sie komplett fertig, lasse sie abkühlen und stelle sie abgedeckt kalt. Am nächsten Tag schmeckt sie oft runder, weil Rauch, Tomate und Gurkenwasser durchziehen. Saure Sahne, Petersilie und frische Zitrone gibst du erst beim Servieren dazu.
Gut abgekühlt und sauber abgedeckt hält sich Soljanka im Kühlschrank etwa 3 Tage. Beim Aufwärmen sollte sie einmal gründlich heiß werden, aber nicht lange sprudelnd kochen. Falls sie nach dem Kühlen sehr dick ist, kannst du sie mit etwas Brühe oder Wasser lockern.
Die Suppe lässt sich ohne Saure Sahne sehr gut einfrieren. Am besten portionsweise abfüllen, vollständig abkühlen lassen und bis zu 3 Monate einfrieren. Nach dem Auftauen langsam erhitzen und erst dann mit Zitrone, Petersilie und Saurer Sahne frisch fertigstellen.
Koche sie einige Minuten offen weiter und gleiche die Säure mit etwas zusätzlicher Tomate, Brühe oder einer kleinen Prise Zucker aus. Nicht sofort stark nachsalzen, denn Salz macht Säure oft noch kantiger. Saure Sahne beim Servieren mildert ebenfalls, ohne den ganzen Topf zu verändern.
Gut funktionieren Fleischwurst, Lyoner oder eine milde Bierschinken-Variante. Für die rauchige Tiefe sollte aber mindestens eine kräftigere Wurst wie Cabanossi, Krakauer oder eine andere geräucherte Brühwurst dabei sein. Wichtig ist die Mischung aus mild, rauchig und leicht würzig.
Gurkenwasser bringt die typische säuerliche Würze, die Soljanka von einer normalen Tomaten-Wurst-Suppe unterscheidet. Es ersetzt keinen Essig eins zu eins, weil es neben Säure auch Salz, Gewürze und leichte Süße enthält. Deshalb wird es nach der Brühe zugegeben und am Ende fein abgeschmeckt.
Klassisch passen frisches Mischbrot, Baguette, Toastbrot oder ein kräftiges Bauernbrot. Die Suppe ist durch Wurst, Kasseler und Letscho schon sehr sättigend, deshalb reicht eine einfache Brotbeilage meistens völlig aus.