Hirschgulasch mit Rotwein und Wacholder
Hirschschulter schmort mit reduziertem Rotwein, Wildfond und Wacholder, bis jedes Stück sicher durchgegart und mit der Gabel teilbar ist.
Kleine Fleischchargen sorgen für Röstaromen, bevor der Wein offen reduziert wird. Ein herausnehmbares Gewürzpäckchen und messbare Garendpunkte machen den Schmorablauf nachvollziehbar.

Zutaten
Fleisch und Schmorflüssigkeit
Gemüse
Röstaromen und Gewürze
Zum Fertigstellen
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Fleisch und Gemüse vorbereiten
- 1
Hirschfleisch hygienisch vorbereiten und würzen
Zutaten für diesen Schritt
Gefrorenes Hirschfleisch vollständig in einer abgedeckten Schale im Kühlschrank auftauen; frisches Fleisch bis unmittelbar vor der Verarbeitung kalt halten. Das Fleisch nicht waschen. Sichtbare Sehnen entfernen, die Schulter in etwa 4 cm große Würfel schneiden und trocken tupfen. Mit der in diesem Schritt aufgeführten Salz- und Pfeffermenge mischen. Brett, Messer, Hände und Kontaktflächen danach gründlich reinigen, bevor Gemüse oder verzehrfertige Zutaten bearbeitet werden.
- 2
Gemüse schneiden und Gewürzpäckchen binden
Zutaten für diesen Schritt
Zwiebeln in etwa 1 cm große Würfel schneiden. Karotten und geschälten Knollensellerie in etwa 1 cm große Würfel, den Knoblauch in feine Stücke schneiden. Wacholderbeeren mit der flachen Messerseite leicht andrücken und zusammen mit Lorbeer und Thymian in ein verschließbares Gewürzsäckchen geben. So lassen sich alle festen Aromaten später vollständig entfernen.
Abschnitt
Röstaromen und Weinansatz aufbauen
- 3
Ofen vorheizen und Fleisch in kleinen Chargen bräunen
Zutaten für diesen Schritt
Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze einschalten und vollständig aufheizen. Währenddessen einen für Herd und Ofen geeigneten Schmortopf bei mittlerer bis hoher Herdstufe heiß werden lassen und den größeren Ölanteil zugeben. Das Fleisch in drei bis vier lockeren Chargen einlagig bräunen. Eine Seite erst lösen, wenn sich an der Unterkante eine dunkelbraune Kruste zeigt und der Würfel ohne Reißen abgeht; anschließend mehrere Seiten färben. Jede Charge samt austretendem Saft in einer sauberen Schale sammeln.
- 4
Gemüse gleichmäßig rösten und Tomatenmark ansetzen
Zutaten für diesen Schritt
Das restliche Öl in den Bräter geben. Zwiebeln, Karotten und Sellerie unter regelmäßigem Wenden 10 bis 12 Minuten rösten, bis die Zwiebeln goldbraun und die Gemüsekanten deutlich gebräunt sind. Tomatenmark einrühren und etwa 90 Sekunden rösten. Paprikapulver und Knoblauch zufügen, 30 Sekunden rühren und sofort mit dem nächsten Schritt fortfahren, bevor das Paprikapulver dunkel wird.
- 5
Rotwein offen auf einen sichtbaren Endpunkt reduzieren
Zutaten für diesen Schritt
Den Rotwein angießen und den Bratensatz vollständig vom Boden lösen. Offen lebhaft kochen lassen und regelmäßig rühren, bis die Flüssigkeitshöhe im Bräter sichtbar ungefähr halbiert ist. Je nach Bräter und Herd dauert das etwa 8 bis 12 Minuten. Der Wein bleibt Bestandteil des Gerichts; aus Geruch oder Kochdauer wird keine Alkoholfreiheit abgeleitet.
Abschnitt
Hirschgulasch abgedeckt schmoren
- 6
Schmorflüssigkeit aufkochen und Bräter schließen
Zutaten für diesen Schritt
Den heißen Wildfond angießen und das Gewürzsäckchen einlegen. Fleisch und aufgefangenen Saft zurückgeben, gleichmäßig verteilen und die Flüssigkeit auf dem Herd bis zum sanften Kochen bringen. Der Fleischansatz soll kompakt liegen und ungefähr zu zwei Dritteln von Flüssigkeit umgeben sein. Den Bräter fest verschließen und im unteren Ofendrittel auf den Rost setzen.
- 7
Fleisch sicher durchgaren und bis zur Gabelzartheit schmoren
Nach 90 Minuten den Bräter vorsichtig öffnen und die Fleischstücke von außen nach innen wenden. Wieder abdecken und weitere 30 bis 60 Minuten schmoren. Für die hygienische Freigabe das Thermometer in mehreren der größten Würfel platzieren: An jeder geprüften Stelle darf der Messwert 70 °C zwei volle Minuten lang nicht unterschreiten. Danach zusätzlich mit einer Gabel testen; die Würfel sollen sich ohne federnden Widerstand teilen lassen.
Abschnitt
Sauce konzentrieren und Gulasch fertigstellen
- 8
Aromaten entfernen und Sauce kontrolliert reduzieren
Das Fleisch mit einer Schaumkelle in eine saubere Schale heben und abdecken. Das Gewürzsäckchen vollständig entnehmen. Die Sauce offen 10 bis 15 Minuten lebhaft einkochen. Dabei mit dem Kochlöffel wiederholt über den Topfboden fahren. Der passende Reduktionspunkt ist erreicht, sobald ein kleiner Tropfen auf einem kalten Teller gewölbt bleibt und nur langsam auseinanderläuft.
- 9
Sauce ausbalancieren, binden und Fleisch vollständig erhitzen
Zutaten für diesen Schritt
Die Zitronenoberfläche unter heißem fließendem Wasser gründlich reinigen, abtrocknen und die äußere gelbe Schale fein abreiben. Preiselbeerzubereitung, Apfelessig, Zitronenschale sowie restliches Salz und Pfeffer in die Sauce rühren. Speisestärke mit kaltem Wasser ohne trockene Klümpchen verrühren, in die kochende Sauce ziehen und 1 Minute kochen. Fleisch und ausgetretenen Saft zurückgeben. An mehreren Stellen messen und gleichmäßig rühren; während eines zweiminütigen Zeitfensters müssen durchgehend 70 °C oder mehr anliegen.
- 10
Petersilie unterrühren und die fertige Charge prüfen
Zutaten für diesen Schritt
Petersilie fein schneiden und unter das vollständig erhitzte Gulasch rühren. Ein Fleischstück teilen und prüfen, ob es bis in die Mitte gleichmäßig gegart und ohne federnden Widerstand zart ist. Die Sauce vom Boden her aufrühren; sie soll die Fleischwürfel dünn umhüllen und darf keine Stärkeklümpchen zeigen.
- 11
Abgedeckt ruhen lassen, heiß servieren und Reste zügig kühlen
Zutaten für diesen Schritt
Den Bräter von der Kochstelle ziehen, abdecken und 10 Minuten ruhen lassen. Danach einmal vom Boden her aufrühren und heiß servieren. Reste nicht im tiefen Bräter auskühlen lassen, sondern zügig in flache saubere Behälter umfüllen, abdecken und kalt stellen.
Nährwerte nicht verfügbar
Einkaufs- und Einsatzgewichte nach Parieren, tatsächliche Wein- und Fondreduktion, Alkoholretention, entfernte Aromaten, Bräter- und Servierverluste, fertige Chargenmasse sowie vier Portionsmassen wurden nicht gemessen. Außerdem beruhen alle 21 Katalogprofile auf fachlich nicht verifizierten KI-Schätzungen. Deshalb ist kein belastbarer Nährwert je Portion verfügbar.
Mehr zum Rezept
Beilagen: Serviettenknödel, Spätzle, Butternudeln, Kartoffelpüree oder cremige Polenta. Als Topping eignen sich knusprig gebratene Pilze. Reste schmecken nach erneutem Aufwärmen noch runder.
FAQ
Häufige Fragen
Schulter besitzt genug Bindegewebe für langes Schmoren und ergibt einen klareren, reproduzierbaren Ablauf als die frühere Wahl zwischen Schulter und Keule. Gleich große Würfel garen gleichmäßiger; trotzdem entscheiden Kerntemperatur und Gabelprobe gemeinsam über den Endpunkt.
Die dicksten Fleischwürfel brauchen für die hygienische Freigabe zwei Minuten durchgehend mindestens 70 °C im Kern. Danach zusätzlich mit der Gabel prüfen: Das Fleisch soll sich ohne federnden Widerstand teilen lassen. Ein sicherer Temperaturwert allein garantiert noch keine zarte Schulter.
Der Rotwein wird zuerst offen auf ungefähr die halbe Flüssigkeitshöhe reduziert. Nach dem Schmoren kommt das Fleisch kurz aus dem Bräter, damit die Sauce ohne weiteres Garen des Fleisches einkochen kann. Erst danach wird sie fein gebunden.
Ja. Das heiße Gulasch dafür auf mehrere flache, frisch gereinigte Behälter verteilen und rasch herunterkühlen. Anschließend abgedeckt bei höchstens 7 °C, besser unter 5 °C, lagern. Vor dem Servieren gründlich durchrühren; zwei Minuten lang müssen überall mehr als 70 °C gemessen werden.
Unter sauberer Arbeitsweise und durchgehender Kühlung sollte es innerhalb von 2 Tagen verbraucht werden. Zum Einfrieren vollständig heruntergekühlte Portionen luftdicht verpacken. Ein auffälliger Geruch ersetzt keine sichere Kühlung oder ausreichende Wiedererhitzung.