Wildschweingulasch mit Rotwein und Wacholder aus dem Schmortopf
Dunkles Wildschweingulasch mit kräftiger Röstbasis, Wacholder und glänzender Rotweinsauce – langsam geschmort, sicher durchgegart und natürlich gebunden.
Portionsweises Anbraten, sorgfältig reduzierter Rotwein und leises Schmoren bauen Tiefe auf. Preiselbeeren, Essig und kalte Butter balancieren die Sauce erst zum Schluss.

- Vorbereiten
- 35 min
- Ruhen
- 10 min
- Kochen
- 2 h 50 min
Zutaten
Fleisch und Würzung
Röstbasis
Schmorflüssigkeit
Wildgewürze
Saucenfinish
So gelingt das Rezept
Du kochst für 4 Personen. Alle Mengen in den Schritten sind bereits angepasst.
- 1
Wildfleisch sicher prüfen und Zutaten vorbereiten
Zutaten für diesen Schritt
Verwende ausschließlich Wildschweinfleisch, dessen vorgeschriebene amtliche Trichinenuntersuchung abgeschlossen und freigegeben ist; vollständiges Garen ersetzt diesen Herkunftsnachweis nicht. Halte das Fleisch bis zur Verarbeitung gekühlt, tupfe es trocken, entferne harte Sehnen und Silberhaut und schneide es quer zur Faser in gleichmäßige Würfel von etwa 3 bis 4 cm. Schäle Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Petersilienwurzel und Knoblauch. Würfle Zwiebeln und Wurzelgemüse klein und drücke den Knoblauch an. Zerdrücke die Wacholderbeeren nur leicht. Halte Messer und Brett für rohes Fleisch von Gemüse und verzehrfertigen Lebensmitteln getrennt und reinige Hände, Werkzeuge und Arbeitsfläche nach jedem Rohfleischkontakt gründlich.
- 2
Wildschwein in Chargen dunkel anbraten
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- vorbereitete Wildschweinwürfel
Erhitze einen schweren, breiten Schmortopf auf mittelhoher bis hoher Stufe und lasse das Butterschmalz darin heiß werden. Würze die vorbereiteten Fleischwürfel mit dem ersten Salzanteil. Lege sie portionsweise mit Abstand in den Topf und lasse jede Seite zunächst ungestört bräunen, bis sie sich leicht löst und eine dunkelbraune Kruste zeigt. Nimm jede Charge heraus und sammle austretenden Fleischsaft mit dem Fleisch. Grauer Saft im Topf ist ein Zeichen für zu wenig Hitze oder eine zu große Charge.
- 3
Wurzelgemüse im Bratansatz rösten
Schon vorbereitet
- vorbereitetes Wurzelgemüse
Schalte den Topf auf mittlere Heizleistung zurück. Gib Zwiebeln, Möhren, Knollensellerie und Petersilienwurzel in den Bratansatz und röste alles unter regelmäßigem Wenden, bis die Zwiebeln weich und die Gemüsewürfel an mehreren Kanten hellbraun sind. Lass den angedrückten Knoblauch erst während der letzten halben Minute mitrösten; er soll deutlich duften, aber keine dunklen Stellen bekommen.
- 4
Tomatenmark kastanienbraun rösten
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- geröstetes Wurzelgemüse
Schiebe das Gemüse an den Topfrand und streiche das Tomatenmark direkt auf den freigewordenen Topfboden. Bewege es stetig, bis die Farbe ins Kastanienrote wechselt, die Oberfläche leicht glänzt und ein nussig-süßlicher Duft entsteht. Vermenge es danach mit dem Gemüse. Schwarze Ränder schmecken bitter; reduziere die Hitze sofort, wenn der Ansatz zu schnell nachdunkelt.
- 5
Bratensatz mit Rotwein lösen und reduzieren
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- kastanienbraune Gemüse-Tomatenmark-Basis
Gieße den Rotwein in mehreren Portionen an. Löse nach jeder Zugabe mit einem hitzefesten Wender den gesamten Bratensatz vom Topfboden und lasse die Flüssigkeit kräftig einkochen, bevor mehr Wein folgt. Am Ende soll der Ansatz dunkel und konzentriert sein und der Topfboden keine festen Röststellen mehr tragen. Der fehlende scharfe Alkoholgeruch ist nur ein Garzeichen und kein Nachweis für vollständige Alkoholfreiheit.
- 6
Fond, Wasser, Wildgewürze und Fleisch vereinen
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- leicht zerdrückte Wacholderbeeren
- dunkel angebratene Wildschweinwürfel
- reduzierter Rotwein-Röstansatz
Gieße Wildfond und Wasser an. Gib die vorbereiteten Wacholderbeeren, Lorbeerblätter, Thymian, Rosmarin und den ersten Pfefferanteil dazu. Lege das angebratene Fleisch samt gesammeltem Saft zurück in den Topf und bringe den Ansatz einmal ruhig zum Kochen. Die Flüssigkeit soll die Fleischwürfel knapp umspielen; rühre so, dass sich Gemüse und Röstbasis gleichmäßig verteilen.
- 7
Leise schmoren und sicher durchgaren
Schon vorbereitet
- gewürzter Wildschwein-Schmoransatz
Decke den Topf ab und halte den Ansatz knapp unter kräftigem Sieden; eine ruhige Bewegung mit einzelnen Blasen genügt. Schmore das Gulasch etwa 2 bis 2,5 Stunden und rühre nur gelegentlich behutsam vom Boden hoch. Miss an mehreren der dicksten Fleischstücke. Die kälteste der geprüften Stellen bleibt mindestens 2 Minuten lang bei 70 °C oder darüber. Prüfe danach zusätzlich die Textur. Das Fleisch ist richtig, wenn eine Gabel leicht eindringt und sich eine Kante ohne Kraft teilen lässt; federnde Stücke schmoren in kurzen Intervallen weiter.
- 8
Wildgewürze entfernen und Sauce konzentrieren
Schon vorbereitet
- Zart durchgegartes Wildschweingulasch
Nimm Lorbeer, Thymian und Rosmarin heraus und entferne nach Wunsch die Wacholderbeeren. Hebe die zarten Fleischwürfel kurz mit der Zange aus dem Topf. Lasse die Sauce offen ruhig einkochen, bis sie dunkel glänzt. Tauche einen Esslöffel ein: Die Sauce soll daran haften und die beim Darüberstreichen entstehende Bahn nur langsam wieder schließen. Lege das Fleisch zurück und erwärme es nur noch sanft in der konzentrierten Sauce.
- 9
Sauce mit Preiselbeeren, Essig und Butter vollenden
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Wildschweingulasch mit konzentrierter Sauce
Rühre Preiselbeerkompott und Rotweinessig in die reduzierte Sauce. Ziehe den Topf von der starken Hitze und schwenke die kalte Butter in kleinen Stücken ein, bis die Sauce glänzt und cremig am Fleisch haftet. Gib den restlichen Salz- und Pfefferanteil dazu und schmecke einmal ab. Danach darf die Sauce nicht mehr sprudelnd kochen, damit die Butteremulsion stabil bleibt.
- 10
Ruhen lassen, servieren und Reste sicher kühlen
Schon vorbereitet
- vollendetes Wildschweingulasch
Lasse das Wildschweingulasch zugedeckt 10 Minuten ruhen und serviere es heiß. Für Reste verteilst du das Gulasch innerhalb weniger Stunden in mehrere flache, saubere Gefäße und kühlst es auf unter 7 °C ab. Verschlossen und durchgehend gekühlt ist es für höchstens 2 bis 3 Tage vorgesehen. Beim Wiedererwärmen müssen im gesamten Inhalt erneut mindestens 70 °C erreicht und 2 Minuten gehalten werden; erwärme nur die benötigte Portion.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet.
Angezeigt werden die Werte pro Person und für das gesamte Rezept (4 Personen).
Kalorien
622.1 kcal
pro Person
2488.3 kcal
gesamtes Rezept (4 Personen)
Kohlenhydrate
18.1 g
pro Person
72.5 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Protein
56 g
pro Person
224 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Fett
25.4 g
pro Person
101.6 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Ballaststoffe
4.22 g
pro Person
16.9 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Zucker
9.58 g
pro Person
38.3 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Salz
4.63 g
pro Person
18.5 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Häufige Fragen
Ja. Verwende ausschließlich Fleisch, dessen vorgeschriebene amtliche Trichinenuntersuchung abgeschlossen und freigegeben ist. Vollständiges Durchgaren ist zusätzlich erforderlich, ersetzt aber weder die Untersuchung noch einen belastbaren Herkunftsnachweis.
Schulter und Keule liefern für langes Schmoren eine gute Mischung aus Muskelfleisch und Bindegewebe. Harte Sehnen und Silberhaut werden entfernt; gleichmäßige Würfel quer zur Faser garen anschließend ähnlich schnell und lassen sich leichter teilen.
Mit Abstand im heißen Topf verdampft Oberflächenfeuchtigkeit schnell und das Fleisch bildet braune Röstspuren. Eine überfüllte Bratfläche kühlt ab; dann tritt viel Saft aus und die Stücke kochen grau statt kräftig zu bräunen.
Prüfe mehrere dicke Stücke und richte dich nach der kältesten Messstelle: Sie bleibt 2 Minuten bei wenigstens 70 °C. Zart ist das Fleisch erst zusätzlich dann, wenn eine Gabel leicht eindringt und sich eine Kante ohne Kraft teilen lässt. Temperatur und Gabelprobe beantworten unterschiedliche Fragen.
Nein, vollständige Alkoholfreiheit lässt sich durch langes Kochen nicht sicher behaupten. Wer Alkohol vollständig meiden muss, ersetzt den Wein durch zusätzlichen Fond mit einem kleinen Anteil dunklem Traubensaft und stimmt die Säure am Schluss vorsichtig ab; auch Produktetiketten müssen geprüft werden.
Ja. Verteile es nach dem Garen innerhalb weniger Stunden in flache Gefäße und kühle es auf unter 7 °C. Bis zum Ende des dritten Tages nach der Zubereitung sollte alles verbraucht sein. Beim Erwärmen wird auch die Mitte wieder 2 Minuten lang wenigstens 70 °C heiß.
Ja. Kühle es zuerst sicher ab und friere es portionsweise und luftdicht ein. Zum Auftauen stellst du die geschlossene Portion rechtzeitig in den Kühlschrank. Erwärme sie danach vollständig; eine durchgehend eingehaltene Kühlkette und unauffälliger Geruch ersetzen keine ausreichende Erhitzung.
Knollensellerie enthält Sellerie; Butterschmalz und Butter enthalten Milchbestandteile. Rotwein und Rotweinessig können Sulfite enthalten. Bei Wildfond und Preiselbeerkompott hängt das weitere Allergenprofil vom gewählten Produkt ab, daher ist bei Allergien jede Zutatenliste einzeln zu kontrollieren.