Sauerbraten aus dem Backofen mit rheinischer Printensauce

Planbarer Sauerbraten mit 3-Tage-Beize, sanftem Schmoren im Backofen und sämiger Sauce aus Printen, Rosinen und Bratensatz.

Sauerbraten wird am besten, wenn Beize, Fleischwahl und Schmorhitze zusammenpassen. Dieses Grundrezept führt dich sicher durch Einlegen, Anbraten, Backofen-Schmoren und die typische rheinische Sauce.

Sauerbraten aus dem Backofen mit rheinischer Printensauce fertig angerichtet
Vorbereitung

45 min

Ruhezeit

24 h

Kochen

3 h 30 min

Zutaten

Fleisch und Beize

Zum Schmoren

Für die Sauce

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Beize und Zeitplan

  2. 1

    Gewürzbeize aufkochen und abkühlen lassen

    Zutaten für diesen Schritt

    Rotwein, Rotweinessig, Wasser, Zwiebeln, Möhre, Knollensellerie, Lorbeer, Wacholder, Piment, Pfefferkörner und Nelken in einem Topf einmal aufkochen. Die Beize kurz leise ziehen lassen, dann vom Herd nehmen und komplett kalt werden lassen; lauwarme Beize würde das Fleisch außen vorgaren.

    Notiz

    Die Gemüsewürfel dürfen grob bleiben, weil sie später nur Aroma und Röstaromen liefern.

  3. 2

    Rindfleisch vollständig bedeckt einlegen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Rinderschmorbraten in die kalte Beize legen und beschweren, falls er oben schwimmt. Abgedeckt im Kühlschrank marinieren und einmal täglich wenden. Nach der Einlegezeit soll das Fleisch würzig riechen, aber nicht scharf nach Essig; genau dafür ist die verdünnte Beize gedacht.

    Notiz

    Die Oberfläche dunkelt durch Rotwein und Gewürze nach. Das ist normal und später gut für Farbe und Sauce.

  4. Abschnitt

    Anbraten und schmoren

  5. 3

    Fleisch trocknen, Beize auffangen

    Das Fleisch aus der Beize heben und sehr gründlich trocken tupfen, sonst bräunt es im Bräter schlecht. Die Beize durch ein Sieb gießen und Flüssigkeit, Gemüse und Gewürze getrennt aufbewahren; beides wird für Bratensatz und Sauce gebraucht.

    Notiz

    Feuchte Fleischoberfläche ist der häufigste Grund für blasse, gekochte statt gebratene Aromen.

  6. 4

    Braten kräftig anrösten und salzen

    Zutaten für diesen Schritt

    Rapsöl im Bräter stark erhitzen, den Braten rundum salzen und auf allen Seiten dunkelbraun anbraten. Erst wenden, wenn sich das Fleisch leicht vom Topfboden löst. Zu frühes Bewegen reißt die Kruste ab und macht die Sauce flacher.

    Notiz

    Dunkelbraun ist richtig, schwarz verbrannt ist bitter. Bei Bedarf die Hitze leicht reduzieren.

  7. 5

    Marinadegemüse und Tomatenmark rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Braten kurz herausnehmen. Das abgetropfte Gemüse mit den Gewürzen in den Bräter geben und anrösten, bis die Zwiebeln an den Rändern Farbe bekommen. Tomatenmark einrühren und mitrösten, bis es leicht dunkler wird und nicht mehr roh-säuerlich riecht.

    Notiz

    Dieser Schritt macht den Unterschied zwischen dünner Essigsauce und rundem Schmorfond.

  8. 6

    Schmorfond aufbauen statt nur aufgießen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die aufgefangene Beizflüssigkeit portionsweise in den heißen Bräter geben und den Bratensatz dabei mit einem Holzlöffel lösen. Erst wenn der Ansatz wieder kräftig riecht, den Rinderfond zugeben und den Braten zurücklegen. Die Flüssigkeit soll seitlich am Fleisch stehen, nicht komplett darüber schwappen.

    Notiz

    So bleibt es Schmoren: unten aromatische Flüssigkeit, oben sanfte Ofenhitze und Dampf unter dem Deckel.

  9. 7

    Sauerbraten im Backofen weich schmoren

    Den Bräter schließen und den Sauerbraten bei 160 °C Ober-/Unterhitze im Backofen schmoren. Zwischendurch wenden und prüfen, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist. Gar ist er, wenn eine Fleischgabel fast ohne Widerstand hineingleitet; die Kerntemperatur liegt dann meist im Bereich von 88–92 °C.

    Notiz

    Bei Schmorbraten zählt Zartheit mehr als eine rosa Kerntemperatur. Unter 85 °C ist das Bindegewebe oft noch zäh.

  10. 8

    Fleisch ruhen lassen, damit es saftig schneidet

    Den Braten aus dem Schmorfond heben, locker abdecken und ruhen lassen. In dieser Zeit entspannt sich das Fleisch und verliert beim Anschneiden weniger Saft. Nicht sofort dünn aufschneiden, denn direkt aus dem Bräter zerfasert Sauerbraten schneller.

    Notiz

    Der Braten darf beim Ruhen warm bleiben, sollte aber nicht weiterkochen.

  11. Abschnitt

    Sauce fertigstellen

  12. 9

    Schmorfond passieren und entfetten

    Den Schmorfond durch ein feines Sieb in einen Topf gießen und Gemüse sowie Gewürze gut ausdrücken, ohne sie durchzupressen. Sichtbares Fett mit einem Löffel abnehmen. Die Sauce anschließend offen köcheln lassen, bis sie konzentrierter und aromatischer schmeckt.

    Notiz

    Durchpressen macht die Sauce trüb und kann bittere Gewürznoten verstärken.

  13. 10

    Rheinische Sauce mit Printen und Rosinen binden

    Zutaten für diesen Schritt

    Rosinen, zerbröselte Kräuterprinten, Zuckerrübensirup und Braunen Zucker in die köchelnde Sauce rühren. Leise weiterköcheln, bis die Printen zerfallen und die Sauce den Löffelrücken dünn überzieht. Häufig rühren, damit die gebundene Sauce nicht am Topfboden ansetzt.

    Notiz

    Wird die Sauce zu dick, mit etwas heißem Schmorfond oder Wasser glätten; wird sie zu dünn, weiter offen reduzieren.

  14. 11

    Abschmecken, aufschneiden und servieren

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Sauce mit Rotweinessig, restlichem Salz und frisch gemahlenem Pfeffer fein abschmecken. Sie soll zuerst würzig und rund, dann angenehm säuerlich wirken. Den Sauerbraten quer zur Faser in Scheiben schneiden und kurz in der heißen Sauce ziehen lassen, aber nicht sprudelnd kochen.

    Notiz

    Zum Servieren etwas Sauce unter die Scheiben geben und den Rest extra reichen; so bleibt das Fleisch saftig.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

606.6 kcal

pro Portion

3639.8 kcal

gesamt aktuell (6 Portionen)

Kohlenhydrate

27.6 g

pro Portion

165.6 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Protein

55 g

pro Portion

329.8 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Fett

23 g

pro Portion

137.7 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Ballaststoffe

2.57 g

pro Portion

15.4 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Zucker

15.4 g

pro Portion

92.5 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Salz

3.51 g

pro Portion

21.1 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Anmerkung

Zeitplan: Beize kochen und vollständig abkühlen lassen, Fleisch 3 Tage gekühlt einlegen, am Kochtag etwa 4 Stunden für Anbraten, Schmoren, Sauce und Ruhezeit einplanen. Dazu passen Kartoffelklöße, Salzkartoffeln, Spätzle, Rotkohl oder Apfelkompott.

FAQ

Häufige Fragen

Ideal sind gut durchwachsene Schmorstücke vom Rind, etwa Schulter, Bug, falsches Filet oder Tafelspitzkern. Zu mageres Fleisch wird trotz Beize schneller trocken, weil beim langen Schmoren Fett und Bindegewebe für Saftigkeit sorgen.

Drei Tage sind für ein großes Stück Rind ein sehr guter Richtwert. Zwei Tage geben bereits Aroma, vier bis fünf Tage werden kräftiger und säuerlicher. Wichtig ist, dass die Beize kalt ist, das Fleisch vollständig bedeckt bleibt und die Schüssel durchgehend im Kühlschrank steht.

Ja, das funktioniert. Im Backofen kommt die Hitze aber gleichmäßiger von allen Seiten, wodurch der Braten ruhiger gart. Auf dem Herd sollte die Flüssigkeit nur leise ziehen; außerdem den Bräter gelegentlich drehen, damit der Fond nicht einseitig ansetzt.

Bei Sauerbraten ist Zartheit wichtiger als ein rosa Gargrad. Meist wird er bei etwa 88–92 °C Kerntemperatur weich, weil dann das Bindegewebe gelöst ist. Zusätzlich immer mit der Fleischgabel prüfen: Sie soll ohne starken Widerstand hineingleiten.

Nicht einfach viel Zucker hineingeben. Besser die Sauce offen reduzieren, mit Rinderfond abrunden und dann mit etwas Zuckerrübensirup oder Braunen Zucker balancieren. Printen oder Soßenlebkuchen helfen zusätzlich, Säure, Süße und Röstaromen zu verbinden.

Sauerbraten lässt sich sehr gut vorbereiten und schmeckt am nächsten Tag oft noch runder. Fleisch und Sauce getrennt oder zusammen gekühlt aufbewahren und langsam erwärmen. Zum Einfrieren Scheiben mit Sauce bedecken, damit sie saftig bleiben.

Rheinischer Sauerbraten wird häufig mit Rosinen, Zuckerrübensirup und Printen oder Soßenlebkuchen in der Sauce gekocht. Historisch gab es auch Varianten mit Pferdefleisch; für den Alltag ist Rinderschmorbraten heute die gängigste und gut planbare Wahl.

Veröffentlicht: Aktualisiert:

Bewertung abgeben

Aktuelle GesamtbewertungNoch ohne
5 Sterne
0
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0

0/400 Zeichen

Bewertungen aus der Community

Noch keine Bewertungen vorhanden.