Sauerbraten aus dem Backofen mit rheinischer Printensauce

Sauerbraten mit gekühlter Rotwein-Essig-Beize, langsam im Backofen geschmort und mit Printen, Rosinen und Zuckerrübensirup vollendet.

Der gebeizte Rinderbraten wird trocken angebraten und zugedeckt weich geschmort. Der passierte Fond bindet mit Kräuterprinten zur würzig-fruchtigen Sauce.

Aufgeschnittener Sauerbraten mit dunkler Sauce, Kartoffelklößen und Rotkohl
Gesamtzeit
76 h 15 min
Schwierigkeit
Mittel
ZeitplanIn 76 h 15 min auf dem Tisch
Vorbereiten
45 min
Ruhen
72 h
Kochen
3 h 30 min

Zutaten

Personen

Fleisch und Beize

Zum Schmoren

Zum Schmoren und Abschmecken

Für die Printensauce

So gelingt das Rezept

Du kochst für 6 Personen. Alle Mengen in den Schritten sind bereits angepasst.

  1. Abschnitt

    Beize kochen und Fleisch gekühlt einlegen

  2. 1

    Gewürzbeize aufkochen und vollständig abkühlen

    Zutaten für diesen Schritt

    Schneide Zwiebeln, Möhre und Knollensellerie grob. Gib sie mit Rotwein, dem für die Beize vorgesehenen Rotweinessig, Wasser, Lorbeer, Wacholder, Piment, Pfefferkörnern und Nelken in einen Topf. Koche alles einmal auf und lasse die Beize 5 Minuten leise sieden. Nimm sie vom Herd und kühle sie vollständig auf Kühlschranktemperatur ab. Sie darf das rohe Fleisch nicht lauwarm erreichen.

  3. 2

    Rinderschmorbraten 72 Stunden gekühlt beizen

    Zutaten für diesen Schritt

    Schon vorbereitet

    • Vollständig gekühlte Rotwein-Essig-Gewürzbeize

    Lege den Rinderschmorbraten in einen lebensmittelechten, nicht reaktiven Behälter und übergieße ihn mit der kalten Beize. Das Fleisch muss vollständig bedeckt sein; beschwere es bei Bedarf mit einem sauberen kleinen Teller. Decke den Behälter ab, stelle ihn bei höchstens 5 °C in den Kühlschrank und wende das Fleisch alle 24 Stunden mit sauberem Besteck. Halte es während der gesamten 72 Stunden kalt.

  4. Abschnitt

    Trocknen, anrösten und im Backofen schmoren

  5. 3

    Fleisch, Beizflüssigkeit und Gemüse sauber trennen

    Schon vorbereitet

    • Gekühlt gebeizter Rinderbraten mit verwendeter Rohbeize

    Hebe das Fleisch mit sauberem Werkzeug aus der Beize und tupfe seine gesamte Oberfläche gründlich trocken. Gieße die verwendete Beize durch ein Sieb. Bewahre Flüssigkeit und Gemüse-Gewürz-Mischung getrennt auf und halte beides von bereits gegarten Lebensmitteln fern. Verwende Teller und Werkzeug vom rohen Fleisch nicht später zum Servieren.

  6. 4

    Braten rundum kräftig anrösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Schon vorbereitet

    • Rundum trocken getupfter gebeizter Rinderbraten

    Heize das Rapsöl in einem ausreichend großen ofenfesten Bräter stark auf. Salze den trockenen Braten mit dem für das Anbraten vorgesehenen Meersalz und bräune ihn auf allen Seiten dunkel, ohne schwarze Stellen entstehen zu lassen. Wende ihn erst, wenn er sich leicht vom Boden löst. Nimm das angebratene Fleisch aus dem Bräter.

  7. 5

    Beizegemüse und Tomatenmark rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Schon vorbereitet

    • Abgetropftes Beizegemüse mit Gewürzen

    Gib die abgetropfte Gemüse-Gewürz-Mischung in den heißen Bräter und röste sie unter regelmäßigem Wenden, bis die Zwiebelränder deutlich gebräunt sind. Rühre das Tomatenmark ein und röste weiter, bis seine Farbe deutlich dunkler ist und der rohe, säuerliche Geruch verschwunden ist. Der Ansatz darf dunkelbraun, aber nicht schwarz sein.

  8. 6

    Verwendete Beize sicher aufkochen und Schmorfond aufbauen

    Zutaten für diesen Schritt

    Schon vorbereitet

    • Abgesiebte verwendete Beizflüssigkeit
    • Rundum dunkel angebratener Sauerbraten
    • Dunkler Gemüse-Tomatenmark-Röstansatz

    Gieße die verwendete Beizflüssigkeit in mehreren Portionen zum Röstansatz und löse den Bratensatz jeweils vollständig vom Boden. Gib anschließend den Rinderfond dazu und bringe die gesamte Flüssigkeit 3 Minuten sprudelnd zum Kochen. Lege den angebratenen Braten zurück. Der Fond soll seitlich ungefähr bis zur halben Fleischhöhe reichen; verwende keine ungekochte Beize außerhalb dieses Bräters weiter.

  9. 7

    Sauerbraten zugedeckt weich schmoren

    Schon vorbereitet

    • Aufgekochter Schmorfond mit angebratenem Sauerbraten

    Schließe den Bräter und schmore den Sauerbraten bei 160 °C Ober-/Unterhitze 2½ bis 3 Stunden im Backofen. Wende ihn nach der Hälfte der Zeit und prüfe, ob der Fond noch ruhig siedet und nicht trockenfällt. Der Braten ist fertig, wenn eine Fleischgabel mit sehr wenig Widerstand eindringt und das Fleisch beim Anheben nachgibt, aber noch als Stück zusammenhält.

  10. 8

    Fleisch ruhen lassen und Saucenbasis passieren

    Schon vorbereitet

    • Weich geschmorter Sauerbraten im aromatischen Fond

    Hebe den Braten aus dem Fond, decke ihn locker ab und lasse ihn 20 Minuten ruhen. Passiere den Schmorfond mit einem feinmaschigen Sieb in einen frischen Topf; drücke das Gemüse nur leicht aus und presse keine Gewürzreste durch. Schöpfe sichtbar aufliegendes Fett ab. Koche die Saucenbasis offen, bis sie kräftig schmeckt und leicht am Löffel haftet.

  11. Abschnitt

    Printensauce binden und Sauerbraten servieren

  12. 9

    Rheinische Printensauce sämig fertigstellen

    Zutaten für diesen Schritt

    Schon vorbereitet

    • Passierte und entfettete Sauerbraten-Saucenbasis

    Rühre Rosinen, fein zerbröselte Kräuterprinten und Zuckerrübensirup in die leise siedende Saucenbasis. Koche sie unter häufigem Rühren, bis die Printen vollständig zerfallen sind und die Sauce den Löffelrücken in einem dünnen, geschlossenen Film überzieht. Schmecke mit dem restlichen Rotweinessig, Meersalz und gemahlenem Pfeffer ab. Die Sauce soll würzig, fruchtig und angenehm säuerlich schmecken, nicht klebrig süß.

  13. 10

    Quer zur Faser schneiden und in der Sauce erwärmen

    Schon vorbereitet

    • Geruhter, schnittfester Sauerbraten
    • Sämige rheinische Printensauce mit Rosinen

    Schneide den geruhten Sauerbraten quer zur Faser in gleichmäßige Scheiben. Lege die Scheiben in die heiße Printensauce und erwärme sie 3 bis 5 Minuten bei sehr kleiner Hitze, ohne die Sauce kochen zu lassen. Serviere das Fleisch, sobald die Scheiben bis zur Mitte heiß sind und beim Anheben saftig bleiben, aber nicht zerfallen.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet.

Angezeigt werden die Werte pro Person und für das gesamte Rezept (6 Personen).

Kalorien

521.4 kcal

pro Person

3128.1 kcal

gesamtes Rezept (6 Personen)

Kohlenhydrate

21.2 g

pro Person

127.2 g

gesamtes Rezept (6 Personen)

Protein

49.1 g

pro Person

294.7 g

gesamtes Rezept (6 Personen)

Fett

18 g

pro Person

108.1 g

gesamtes Rezept (6 Personen)

Ballaststoffe

1.23 g

pro Person

7.36 g

gesamtes Rezept (6 Personen)

Zucker

14.2 g

pro Person

84.9 g

gesamtes Rezept (6 Personen)

Salz

3.38 g

pro Person

20.3 g

gesamtes Rezept (6 Personen)

Häufige Fragen

Ein durchwachsenes Schmorstück aus Schulter oder Bug eignet sich besonders gut. Es enthält genug Bindegewebe für langes feuchtes Garen und bleibt nach dem Schmoren saftiger als ein sehr mageres Stück.

Diese Rezeptur ist auf 72 Stunden ausgelegt. Der abgedeckte Behälter bleibt dabei durchgehend bei höchstens 5 °C im Kühlschrank, das Fleisch vollständig bedeckt und das Wenden erfolgt alle 24 Stunden mit sauberem Besteck.

Ja, aber nur mit einer vollständigen Erhitzung. Die verwendete Beizflüssigkeit wird getrennt aufgefangen, im Bräter mehrere Minuten sprudelnd gekocht und danach im geschlossenen Schmorprozess weiter erhitzt. Ungekochte Reste werden nicht anderweitig verwendet.

Wasser auf der Oberfläche bremst die Bräunung und lässt das Fleisch zunächst dämpfen. Eine trockene Oberfläche entwickelt schneller einen dunkelbraunen Ansatz, der später Tiefe und Farbe in den Schmorfond bringt.

Eine Fleischgabel dringt mit sehr wenig Widerstand ein, und das Stück gibt beim Anheben nach. Es soll weich sein, aber noch genug Struktur für saubere Scheiben besitzen; die Backofendauer allein ist nur ein Richtwert.

Die Printen werden fein zerbröselt in die leise siedende Saucenbasis gerührt. Häufiges Rühren löst sie gleichmäßig auf. Fertig ist die Sauce, wenn sie den Löffelrücken geschlossen überzieht und beim Ziehen einer Spur nur langsam wieder zusammenläuft.

Prüfe zuerst, ob der Fond noch dünn und geschmacklich ungeordnet ist. Reduzieren und die vollständige Bindung mit Printen, Rosinen und Zuckerrübensirup runden die Säure ab. Zusätzliche Süße sollte erst nach erneutem Probieren nötig sein.

Ja. Kühle Fleisch und Sauce innerhalb von 2 Stunden zügig ab und stelle beides in abgedeckten Behältern kalt. Erhitze die Fleischscheiben später in der Sauce vollständig durch, ohne sie lange sprudelnd zu kochen, damit sie nicht zerfallen.

Die Verbindung aus säuerlicher Beize, Rosinen, Zuckerrübensirup und würziger Kräuterprinte prägt die Aachener beziehungsweise rheinische Variante. Die Printe bindet den Fond und bringt gleichzeitig Gewürz- und Röstnoten ein.

Kartoffelklöße, Salzkartoffeln oder Spätzle nehmen die sämige Sauce gut auf. Rotkohl, Apfelkompott oder ein schlichtes Wintergemüse ergänzen die süß-säuerliche Würze, ohne den Braten zu überdecken.

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