Sauce Béarnaise mit Estragonreduktion
Estragonreduktion, pasteurisiertes Eigelb und warme geklärte Butter verbinden sich zu einer samtigen Béarnaise mit klaren Bindungszeichen.
Die Reduktion wird messbar konzentriert und passiert. Ein heller Sabayon nimmt die Butter stufenweise auf; frischer Estragon vollendet die Sauce direkt vor dem Servieren.

- Vorbereiten
- 20 min
- Ruhen
- 0 min
- Kochen
- 20 min
Zutaten
Ergibt ca. 240 ml · Pro Portion: etwa 60 ml Sauce Béarnaise
Estragonreduktion
Estragonreduktion und Finish
Butteremulsion
Abschmecken
So gelingt das Rezept
Du bereitest insgesamt ca. 240 ml für 4 Portionen zu. Eine Portion entspricht etwa 60 ml Sauce Béarnaise. Alle Mengen in den Schritten sind bereits angepasst.
Abschnitt
Estragonreduktion konzentrieren und Butter klären
- 1
Aromaten vorbereiten und Reduktion kontrolliert einkochen
Zutaten für diesen Schritt
Zupfe die Estragonblätter von den Stielen und hacke den für die Reduktion vorgesehenen Anteil grob. Schäle die Schalotte und würfle sie fein; drücke die Pfefferkörner nur so weit an, dass sie aufbrechen. Gib beides mit Estragon, Weißwein und Weißweinessig in einen kleinen Topf. Lasse die Mischung offen leise köcheln, bis nur noch ungefähr ein Viertel der flüssigen Ausgangsmenge vorhanden ist. Die Flüssigkeit soll konzentriert riechen, aber weder sirupartig werden noch am Topfboden ansetzen.
- 2
Reduktion fein passieren und abkühlen lassen
Schon vorbereitet
- Konzentrierte Estragonreduktion mit Aromaten
Gieße die konzentrierte Reduktion durch ein feines Sieb in eine hitzefeste Schüssel. Drücke die feuchten Aromaten mit einem Löffelrücken aus, ohne feste Bestandteile durch das Sieb zu reiben. Lasse die klare Flüssigkeit anschließend auf höchstens handwarm abkühlen. Ist sie zu heiß, erwärmt sie das Eigelb später punktuell und erschwert eine glatte Bindung.
- 3
Butter klären und warm bereitstellen
Zutaten für diesen Schritt
Schmilz die Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze, ohne sie zu rühren oder zu bräunen. Schöpfe den hellen Schaum ab und gieße das klare gelbe Butterfett langsam in ein vorgewärmtes Kännchen; Wasser und weiße Milchteilchen bleiben im Topf zurück. Halte die geklärte Butter bei 55 bis 60 °C flüssig. Ohne Thermometer soll sie deutlich warm, aber weder zischend heiß noch gebräunt sein.
Abschnitt
Sabayon aufschlagen und Butter emulgieren
- 4
Pasteurisiertes Eigelb über sanftem Dampf binden
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Klare abgekühlte Estragonreduktion
Fülle einen Topf nur so weit mit Wasser, dass der Boden der aufgesetzten Schüssel später trocken bleibt, und bringe es zum leisen Sieden. Verrühre in der Schüssel das pasteurisierte Eigelb mit der passierten Reduktion und dem ersten Wasseranteil. Setze die Schüssel auf und schlage die Masse ohne Pause 1 bis 3 Minuten, bis sie heller und deutlich voluminöser ist und breite Spuren des Schneebesens kurz sichtbar bleiben. Nimm sie dann sofort vom Dampf; gestockte Flocken am Rand bedeuten zu hohe Hitze.
- 5
Geklärte Butter in mehreren Stufen emulgieren
Schon vorbereitet
- Warme geklärte Butter ohne Milchteilchen
- Heller gebundener Eigelb-Sabayon mit Estragonreduktion
Stelle die Schüssel auf ein gefaltetes, rutschfestes Küchentuch und schlage weiter. Arbeite die warme geklärte Butter zunächst tropfenweise und danach in drei weiteren kleinen Portionen ein. Gib die nächste Portion erst dazu, wenn die vorherige vollständig gebunden ist und keine Fettaugen mehr sichtbar sind. Die Sauce soll zunehmend glänzen und schwerer vom Schneebesen laufen; stelle sie nicht zurück auf kräftigen Dampf.
- 6
Konsistenz einstellen und beginnende Trennung stoppen
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Glänzende gebundene Butter-Eigelb-Emulsion
Arbeite das restliche warme Wasser nach und nach vollständig ein, bis die Sauce samtig fließt, einen Löffel deckend überzieht und keine ölige Spur hinterlässt. Wird sie matt oder zeigt am Rand erste Fettaugen, stoppe jede weitere Butterzugabe, nimm die Schüssel von der Wärme und schlage das Wasser zuerst ein. Bleibt sie glatt, dient derselbe Schritt nur dazu, die schwere Emulsion auf eine saucenartige Konsistenz zu bringen.
Abschnitt
Mit Estragon vollenden und sofort servieren
- 7
Frischen Estragon und Salz vollständig einarbeiten
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Samtige stabile Béarnaise-Emulsion
Hacke den für das Finish vorgesehenen Estragon erst jetzt fein. Rühre ihn mit dem Meersalz in die stabile Emulsion und schmecke ab. Die fertige Sauce soll warm, buttrig und frisch säuerlich schmecken; Estragon muss klar erkennbar bleiben, ohne dass Essig, Wein oder Salz einzeln scharf hervortreten. Stelle die Schüssel dabei nicht mehr auf das Wasserbad.
- 8
Béarnaise ohne weiteres Erhitzen servieren
Schon vorbereitet
- Servierfertige Sauce Béarnaise mit frischem Estragon
Rühre die Sauce unmittelbar vor dem Anrichten noch einmal langsam durch und serviere sie sofort zu bereits fertig gegarten Speisen. Erhitze oder koche sie nicht erneut: Starke Wärme lässt das Eigelb gerinnen und kann die Butteremulsion trennen. Bereite deshalb Reduktion, Butter und Beilagen vor, bevor du mit dem Sabayon beginnst.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet.
Berechnungsgrundlage pro Portion: etwa 60 ml Sauce Béarnaise. Angezeigt werden die Werte pro Portion und für das gesamte Rezept (ca. 240 ml).
Kalorien
375.9 kcal
pro Portion
1503.4 kcal
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Kohlenhydrate
1.2 g
pro Portion
4.8 g
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Protein
2.43 g
pro Portion
9.73 g
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Fett
39.1 g
pro Portion
156.4 g
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Ballaststoffe
0.1 g
pro Portion
0.4 g
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Zucker
0.411 g
pro Portion
1.64 g
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Salz
0.765 g
pro Portion
3.06 g
gesamtes Rezept (ca. 240 ml)
Häufige Fragen
Beide sind warme Emulsionen aus Eigelb und Butter. Bei Béarnaise kommt eine konzentrierte Reduktion aus Weißwein, Weißweinessig, Schalotte, Pfeffer und Estragon hinzu; frischer Estragon im Finish prägt den typischen Kräutergeschmack.
Von der flüssigen Ausgangsmenge soll ungefähr ein Viertel übrig bleiben. Die Reduktion riecht kräftig säuerlich und kräuterig, bleibt aber noch dünnflüssig. Wird sie klebrig, sirupartig oder setzt am Boden an, ist sie zu weit reduziert.
Béarnaise wird nur sanft erwärmt und erreicht nicht zuverlässig eine vollständige Durcherhitzung. Pasteurisiertes Eigelb senkt deshalb das Salmonellenrisiko. Verwende ausschließlich ein Produkt, dessen Verpackung die Pasteurisierung ausdrücklich bestätigt.
Der sichere Rezeptvertrag sieht pasteurisiertes Eigelb vor. Behörden empfehlen pasteurisierte Eier oder Eiprodukte für Béarnaise und andere Saucen, die beim Servieren roh oder nur unvollständig erhitzt sein können. Für besonders gefährdete Personen sind rohe oder nicht vollständig durcherhitzte Eier ungeeignet.
Sie soll flüssig und deutlich warm sein, ungefähr im Bereich von 55 bis 60 °C. Sehr heiße Butter kann das Eigelb stocken lassen; zu kühle Butter wird dick und lässt sich nur schwer in feine Tropfen verteilen.
Die Eigelbmasse ist heller, deutlich voluminöser und fällt in breiten Bändern vom Schneebesen. Diese Spuren bleiben kurz auf der Oberfläche sichtbar. Trockene Ränder oder kleine gestockte Flocken zeigen dagegen, dass die Wärme zu stark war.
Häufig sind Butter und Eigelbmasse zu unterschiedlich temperiert, die Butter wurde anfangs zu schnell zugegeben oder die Schüssel war zu heiß. Fettaugen am Rand sind das frühe Warnzeichen; dann sofort jede Butterzugabe stoppen und die Schüssel von der Wärme nehmen.
Schlage das im Rezept zurückbehaltene warme Wasser abseits der Wärme zuerst in die beginnende Trennung ein. Gelingt die Bindung wieder, arbeitest du erst danach weiter. Ist das Eigelb bereits flockig gestockt oder hat sich eine breite Ölschicht gebildet, ist eine zuverlässige Rettung nicht mehr gewährleistet.
Reduktion, gehackten Estragon und geklärte Butter kannst du getrennt vorbereiten. Sabayon und fertige Emulsion entstehen erst unmittelbar vor dem Essen. Die empfindliche Sauce wird frisch serviert, nicht gekocht und nicht für längeres Warmhalten oder eine spätere Wiedererwärmung eingeplant.
Nein. Einkochen garantiert nicht, dass der Alkohol aus dem Weißwein vollständig verschwindet. Eigelb gehört zum Allergen Ei, Butter zum Allergen Milch; Wein und Essig können je nach Produkt kennzeichnungspflichtige Sulfite enthalten. Maßgeblich bleibt die Packungskennzeichnung der verwendeten Produkte.