Rouladentopf aus dem Backofen

Ungerollter Rouladentopf mit Rinderstreifen, Speck, Senf und Gewürzgurken: kräftig geschmort, ohne Fertigsoße und ideal für Gäste.

Rouladenfleisch wird quer zur Faser geschnitten, portionsweise angebraten und mit Speck, Senf und Gewürzgurken im Backofen geschmort. Bratensatz und Rinderfond bilden die kräftige Sauce.

Rouladentopf aus dem Backofen fertig angerichtet
Vorbereitung

35 min

Ruhezeit

10 min

Kochen

2 h 30 min

Zutaten

Fleisch und Würzung

Rouladenaromen

Sauce

Zum Binden

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Fleisch richtig zuschneiden

  2. 1

    Rouladenfleisch quer zur Faser schneiden

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Rinderrouladenfleisch mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen und die Faser genau ansehen. Die Scheiben quer zur Faser in breite, mundgerechte Streifen schneiden. Mit der ersten Salz- und Pfeffermenge würzen und locker ausbreiten, damit die Oberfläche bis zum Anbraten trocken bleibt.

    Notiz

    Feuchte Fleischstreifen ziehen im Bräter schnell Wasser und bräunen dann kaum.

  3. 2

    Speck, Zwiebeln, Knoblauch und Gurken schneiden

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Räucherspeck in kleine Würfel schneiden, falls er nicht bereits fein gewürfelt ist. Die Zwiebeln in dünne Streifen schneiden, den Knoblauch fein hacken und die Gewürzgurken längs halbieren, dann schräg in Scheiben schneiden. Den Gurkensud aus demselben Glas auffangen, sauber abmessen und bereitstellen.

    Notiz

    Die Gurken kommen erst später in die Sauce, damit ihr säuerlich-würziger Geschmack klar bleibt.

  4. Abschnitt

    Bratensatz und Sauce aufbauen

  5. 3

    Fleisch portionsweise kräftig anbraten

    Zutaten für diesen Schritt

    Den ofenfesten Bräter auf hoher Stufe kräftig vorheizen. Das Rapsöl portionsweise verwenden und die Fleischstreifen in mehreren Chargen nebeneinander einlegen, ohne den Boden zu überfüllen. Jede Charge kräftig bräunen, erst wenden, wenn sich die Streifen leicht vom Boden lösen, und anschließend auf einem Teller sammeln. Zwischen den Chargen nur so viel Öl ergänzen, dass der Bräterboden dünn benetzt bleibt.

    Notiz

    Liegt zu viel Fleisch auf einmal im Bräter, kühlt der Boden ab. Dann kocht das Fleisch im eigenen Saft und der Rouladentopf schmeckt später flacher.

  6. 4

    Speck auslassen und Zwiebeln goldbraun rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Hitze auf mittlere bis hohe Stufe stellen. Die Speckwürfel in den Bräter geben und auslassen, bis sie duften und an den Kanten Farbe annehmen. Zwiebelstreifen zufügen und unter Rühren braten, bis sie weich werden und goldbraune Spitzen bekommen. Den Knoblauch kurz mitrösten, ohne ihn dunkel werden zu lassen.

    Notiz

    Knoblauch wird bitter, wenn er zu lange trocken auf dem heißen Boden liegt.

  7. 5

    Tomatenmark rösten und Senf einarbeiten

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Tomatenmark in den Bräter geben und unter Rühren anrösten, bis es dunkler wird und leicht nussig riecht. Danach den Senf einrühren und nur kurz mitziehen lassen. So bekommt die Sauce Tiefe, ohne dass der Senf scharf oder bitter hervorsticht.

    Notiz

    Tomatenmark braucht direkten Bodenkontakt; erst dann entwickelt es die gewünschte Röstaromatik.

  8. 6

    Bratensatz vollständig lösen

    Zutaten für diesen Schritt

    Rinderfond und den Gurkensud aus dem Gewürzgurkenglas angießen und den Boden gründlich mit einem Holzlöffel abschaben, bis sich alle braunen Röstspuren gelöst haben. Lorbeer, Majoran, Zucker sowie die restliche Salz- und Pfeffermenge einrühren. Die Sauce soll würzig, leicht säuerlich und noch etwas kräftiger schmecken, als sie später am Fleisch wirkt.

    Notiz

    Gelöster Bratensatz ist der Unterschied zwischen dünner Flüssigkeit und einer echten Schmor­sauce.

  9. Abschnitt

    Im Backofen schmoren und fertigstellen

  10. 7

    Fleisch und Gurken in die Sauce geben

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das angebratene Fleisch samt ausgetretenem Fleischsaft zurück in den Bräter geben und die Gewürzgurken untermischen. Das Fleisch soll gut von Sauce umgeben sein. Den Deckel auflegen und den Bräter in den Ofen schieben.

    Notiz

    Fleischsaft vom Teller gehört in die Sauce, denn darin steckt viel Geschmack.

  11. 8

    Zugedeckt schmoren, bis das Fleisch nachgibt

    Den Rouladentopf zugedeckt etwa 100 Minuten im Backofen schmoren lassen. Danach einmal vorsichtig umrühren, damit nichts am Rand austrocknet. Das Fleisch ist auf dem richtigen Weg, wenn die Streifen sich beim Drücken mit dem Löffel deutlich nachgiebig anfühlen, aber noch nicht zerfallen.

    Notiz

    Der Deckel bleibt in dieser Phase geschlossen, damit die Rinderstreifen sanft weich werden.

  12. 9

    Offen fertig schmoren und Sauce konzentrieren

    Den Deckel abnehmen oder leicht schräg auflegen und den Rouladentopf weitere 25–35 Minuten im Backofen garen, bis die Sauce sichtbar dunkler, glänzender und leicht sämig wirkt. Zwischendurch behutsam umrühren. Die Zartheitsprobe ist bestanden, wenn ein Fleischstreifen mit einer Gabel ohne Widerstand geteilt werden kann.

    Notiz

    Ist das Fleisch noch fest, lieber länger schmoren als die Temperatur stark zu erhöhen.

  13. 10

    Sauce prüfen und bei Bedarf binden

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Bräter aus dem Ofen nehmen, die Lorbeerblätter entfernen und die Konsistenz prüfen. Überzieht die Sauce einen Löffelrücken, ist keine Stärke nötig. Ist sie noch zu dünn, Speisestärke und kaltes Leitungswasser glatt rühren. Den Bräter auf den Herd stellen, die Stärkemischung portionsweise einrühren und die Sauce unter sanftem Rühren einmal aufkochen, bis sie den Löffelrücken überzieht. Die Fleischstreifen dabei möglichst wenig bewegen.

    Notiz

    Stärke immer kalt anrühren, sonst entstehen Klümpchen in der Sauce.

  14. 11

    Kurz ruhen lassen und ausgewogen servieren

    Den Rouladentopf 10 Minuten ruhen lassen, damit sich Fett, Säure und Röstaromen runder verbinden. Danach die Sauce prüfen: Sie soll herzhaft nach Senf, Speck und Gurke schmecken, aber nicht spitz sauer sein. Dazu passen Kartoffelpüree, Spätzle, Salzkartoffeln oder breite Bandnudeln.

    Notiz

    Beim Wiedererwärmen nur sanft erhitzen und gelegentlich rühren, dann bleibt das Fleisch saftig.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

580.1 kcal

pro Portion

3480.5 kcal

gesamt aktuell (6 Portionen)

Kohlenhydrate

13.5 g

pro Portion

80.9 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Protein

50.3 g

pro Portion

301.8 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Fett

35.5 g

pro Portion

213.1 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Ballaststoffe

2.16 g

pro Portion

12.9 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Zucker

5.77 g

pro Portion

34.6 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Salz

5.71 g

pro Portion

34.3 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Anmerkung

Am besten eignet sich ein schwerer, ofenfester Bräter mit gut schließendem Deckel und mindestens 5 l Volumen, zum Beispiel aus Gusseisen oder Edelstahl. Der Rouladentopf lässt sich sehr gut am Vortag kochen und langsam wieder erwärmen.

FAQ

Häufige Fragen

Am zuverlässigsten gelingt Rinderrouladenfleisch aus der Oberschale, weil es dünn geschnitten ist und beim Schmoren zart wird. Wichtig ist, die Streifen quer zur Faser zu schneiden; sonst bleiben sie trotz langer Garzeit faserig.

Zu viel Fleisch auf einmal kühlt den Bräter stark ab. Dann tritt Saft aus, die Streifen kochen eher und entwickeln kaum Röstaromen. Portionsweises Anbraten sorgt für Bräunung, kräftigen Bratensatz und eine tiefere Sauce.

Ja, das Gericht ist sogar sehr gut zum Vorbereiten geeignet. Nach dem Schmoren abkühlen lassen, kalt stellen und am nächsten Tag langsam bei niedriger Hitze erwärmen. Falls die Sauce stark angedickt ist, einen kleinen Schluck heißes Wasser oder Fond einrühren.

Die Garzeit ist nur ein Richtwert, weil Fleischdicke und Bräterform variieren. Fertig ist der Rouladentopf, wenn sich ein Streifen mit der Gabel leicht teilen lässt und beim Kauen weich wirkt, ohne trocken zu zerfallen.

Ja, die Sauce wird komplett ohne Rotwein und ohne Fertigsoße aufgebaut. Rinderfond, gelöster Bratensatz, Tomatenmark, Senf und Gewürzgurkensud liefern genug Tiefe, Säure und Würze.

Klassisch passen Kartoffelpüree, Salzkartoffeln, Spätzle oder breite Bandnudeln, weil sie die kräftige Sauce gut aufnehmen. Für Gäste ist Kartoffelpüree besonders praktisch, da es sich parallel gut vorbereiten lässt.

Gut gekühlt hält sich der Rouladentopf etwa drei Tage. Zum Einfrieren vollständig abkühlen lassen und portionsweise verpacken. Beim Auftauen langsam erwärmen, damit die Sauce nicht ansetzt und das Fleisch saftig bleibt.

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