Plany Rezeptdruck
Rouladentopf aus dem Backofen
Rouladenfleisch wird quer zur Faser geschnitten, portionsweise angebraten und mit Speck, Senf und Gewürzgurken im Backofen geschmort. Bratensatz und Rinderfond bilden die kräftige Sauce.

Nährwerte
Richtwerte pro Portion und für das gesamte Rezept.
Zutatenübersicht
Für 6 Portionen.
Fleisch und Würzung
- 1200 g Rinderrouladenfleisch aus der Oberschale, dünne Scheiben, möglichst gleichmäßig geschnitten
- 2 TL feines Meersalz, auf Fleisch und Sauce aufgeteilt
- 0,75 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen, auf Fleisch und Sauce aufgeteilt
- 3 EL Rapsöl, hitzestabil, zum kräftigen Anbraten
Rouladenaromen
- 200 g durchwachsener Räucherspeck, fein gewürfelt, nicht zu mager, damit er Aroma abgibt
- 450 g gelbe Zwiebeln, geschält, später in dünne Streifen geschnitten
- 2 Stück Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
- 180 g Gewürzgurken, aus einem Glas; abtropfen und den Sud auffangen
Sauce
- 40 g Tomatenmark, für Farbe, Umami und Röstaromen
- 40 g mittelscharfer Senf, gibt das typische Rouladenprofil
- 900 ml kräftiger Rinderfond, ungesüßt und nicht zu stark gesalzen
- 120 ml Gurkensud aus dem Gewürzgurkenglas, aus demselben Glas wie die Gewürzgurken; nicht separat einkaufen
- 2 Stück Lorbeerblätter, vor dem Servieren entfernen
- 1 TL Getrockneter Majoran, zwischen den Fingern leicht zerreiben
- 1 TL Zucker, rundet Senf- und Gurkensäure ab
Zum Binden
- 15 g Speisestärke, nur verwenden, wenn die Sauce nach dem offenen Schmoren noch zu dünn ist; optional
- 30 ml kaltes Leitungswasser, nur zusammen mit der Speisestärke verwenden; optional
Zubereitung
11 Schritte, mit den passenden Zutaten direkt im Ablauf.
Fleisch richtig zuschneiden
Rouladenfleisch quer zur Faser schneiden
Zutaten: 1200 g Rinderrouladenfleisch aus der Oberschale · 1,5 TL feines Meersalz · 0,5 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Das Rinderrouladenfleisch mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen und die Faser genau ansehen. Die Scheiben quer zur Faser in breite, mundgerechte Streifen schneiden. Mit der ersten Salz- und Pfeffermenge würzen und locker ausbreiten, damit die Oberfläche bis zum Anbraten trocken bleibt.
Notiz: Feuchte Fleischstreifen ziehen im Bräter schnell Wasser und bräunen dann kaum.
Speck, Zwiebeln, Knoblauch und Gurken schneiden
Zutaten: durchwachsener Räucherspeck, fein gewürfelt · gelbe Zwiebeln · Knoblauchzehen · Gewürzgurken · Gurkensud aus dem Gewürzgurkenglas
Den Räucherspeck in kleine Würfel schneiden, falls er nicht bereits fein gewürfelt ist. Die Zwiebeln in dünne Streifen schneiden, den Knoblauch fein hacken und die Gewürzgurken längs halbieren, dann schräg in Scheiben schneiden. Den Gurkensud aus demselben Glas auffangen, sauber abmessen und bereitstellen.
Notiz: Die Gurken kommen erst später in die Sauce, damit ihr säuerlich-würziger Geschmack klar bleibt.
Bratensatz und Sauce aufbauen
Fleisch portionsweise kräftig anbraten
Zutaten: 3 EL Rapsöl
Den ofenfesten Bräter auf hoher Stufe kräftig vorheizen. Das Rapsöl portionsweise verwenden und die Fleischstreifen in mehreren Chargen nebeneinander einlegen, ohne den Boden zu überfüllen. Jede Charge kräftig bräunen, erst wenden, wenn sich die Streifen leicht vom Boden lösen, und anschließend auf einem Teller sammeln. Zwischen den Chargen nur so viel Öl ergänzen, dass der Bräterboden dünn benetzt bleibt.
Notiz: Liegt zu viel Fleisch auf einmal im Bräter, kühlt der Boden ab. Dann kocht das Fleisch im eigenen Saft und der Rouladentopf schmeckt später flacher.
Speck auslassen und Zwiebeln goldbraun rösten
Zutaten: 200 g durchwachsener Räucherspeck, fein gewürfelt · 450 g gelbe Zwiebeln · 2 Stück Knoblauchzehen
Die Hitze auf mittlere bis hohe Stufe stellen. Die Speckwürfel in den Bräter geben und auslassen, bis sie duften und an den Kanten Farbe annehmen. Zwiebelstreifen zufügen und unter Rühren braten, bis sie weich werden und goldbraune Spitzen bekommen. Den Knoblauch kurz mitrösten, ohne ihn dunkel werden zu lassen.
Notiz: Knoblauch wird bitter, wenn er zu lange trocken auf dem heißen Boden liegt.
Tomatenmark rösten und Senf einarbeiten
Zutaten: 40 g Tomatenmark · 40 g mittelscharfer Senf
Das Tomatenmark in den Bräter geben und unter Rühren anrösten, bis es dunkler wird und leicht nussig riecht. Danach den Senf einrühren und nur kurz mitziehen lassen. So bekommt die Sauce Tiefe, ohne dass der Senf scharf oder bitter hervorsticht.
Notiz: Tomatenmark braucht direkten Bodenkontakt; erst dann entwickelt es die gewünschte Röstaromatik.
Bratensatz vollständig lösen
Zutaten: 900 ml kräftiger Rinderfond · 120 ml Gurkensud aus dem Gewürzgurkenglas · 2 Stück Lorbeerblätter · 1 TL Getrockneter Majoran · 1 TL Zucker · 0,5 TL feines Meersalz · 0,25 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Rinderfond und den Gurkensud aus dem Gewürzgurkenglas angießen und den Boden gründlich mit einem Holzlöffel abschaben, bis sich alle braunen Röstspuren gelöst haben. Lorbeer, Majoran, Zucker sowie die restliche Salz- und Pfeffermenge einrühren. Die Sauce soll würzig, leicht säuerlich und noch etwas kräftiger schmecken, als sie später am Fleisch wirkt.
Notiz: Gelöster Bratensatz ist der Unterschied zwischen dünner Flüssigkeit und einer echten Schmorsauce.
Im Backofen schmoren und fertigstellen
Fleisch und Gurken in die Sauce geben
Zutaten: 180 g Gewürzgurken
Den Backofen auf 160 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das angebratene Fleisch samt ausgetretenem Fleischsaft zurück in den Bräter geben und die Gewürzgurken untermischen. Das Fleisch soll gut von Sauce umgeben sein. Den Deckel auflegen und den Bräter in den Ofen schieben.
Notiz: Fleischsaft vom Teller gehört in die Sauce, denn darin steckt viel Geschmack.
Zugedeckt schmoren, bis das Fleisch nachgibt
Den Rouladentopf zugedeckt etwa 100 Minuten im Backofen schmoren lassen. Danach einmal vorsichtig umrühren, damit nichts am Rand austrocknet. Das Fleisch ist auf dem richtigen Weg, wenn die Streifen sich beim Drücken mit dem Löffel deutlich nachgiebig anfühlen, aber noch nicht zerfallen.
Notiz: Der Deckel bleibt in dieser Phase geschlossen, damit die Rinderstreifen sanft weich werden.
Offen fertig schmoren und Sauce konzentrieren
Den Deckel abnehmen oder leicht schräg auflegen und den Rouladentopf weitere 25–35 Minuten im Backofen garen, bis die Sauce sichtbar dunkler, glänzender und leicht sämig wirkt. Zwischendurch behutsam umrühren. Die Zartheitsprobe ist bestanden, wenn ein Fleischstreifen mit einer Gabel ohne Widerstand geteilt werden kann.
Notiz: Ist das Fleisch noch fest, lieber länger schmoren als die Temperatur stark zu erhöhen.
Sauce prüfen und bei Bedarf binden
Zutaten: 15 g Speisestärke · 30 ml kaltes Leitungswasser
Den Bräter aus dem Ofen nehmen, die Lorbeerblätter entfernen und die Konsistenz prüfen. Überzieht die Sauce einen Löffelrücken, ist keine Stärke nötig. Ist sie noch zu dünn, Speisestärke und kaltes Leitungswasser glatt rühren. Den Bräter auf den Herd stellen, die Stärkemischung portionsweise einrühren und die Sauce unter sanftem Rühren einmal aufkochen, bis sie den Löffelrücken überzieht. Die Fleischstreifen dabei möglichst wenig bewegen.
Notiz: Stärke immer kalt anrühren, sonst entstehen Klümpchen in der Sauce.
Kurz ruhen lassen und ausgewogen servieren
Zutaten: 40 g mittelscharfer Senf, gibt das typische Rouladenprofil
Den Rouladentopf 10 Minuten ruhen lassen, damit sich Fett, Säure und Röstaromen runder verbinden. Danach die Sauce prüfen: Sie soll herzhaft nach Senf, Speck und Gurke schmecken, aber nicht spitz sauer sein. Dazu passen Kartoffelpüree, Spätzle, Salzkartoffeln oder breite Bandnudeln.
Notiz: Beim Wiedererwärmen nur sanft erhitzen und gelegentlich rühren, dann bleibt das Fleisch saftig.
Rezeptnotiz
Am besten eignet sich ein schwerer, ofenfester Bräter mit gut schließendem Deckel und mindestens 5 l Volumen, zum Beispiel aus Gusseisen oder Edelstahl. Der Rouladentopf lässt sich sehr gut am Vortag kochen und langsam wieder erwärmen.
Eigene Notizen
Häufige Fragen
Welches Fleisch eignet sich am besten für Rouladentopf aus dem Backofen?
Am zuverlässigsten gelingt Rinderrouladenfleisch aus der Oberschale, weil es dünn geschnitten ist und beim Schmoren zart wird. Wichtig ist, die Streifen quer zur Faser zu schneiden; sonst bleiben sie trotz langer Garzeit faserig.
Warum muss das Fleisch portionsweise angebraten werden?
Zu viel Fleisch auf einmal kühlt den Bräter stark ab. Dann tritt Saft aus, die Streifen kochen eher und entwickeln kaum Röstaromen. Portionsweises Anbraten sorgt für Bräunung, kräftigen Bratensatz und eine tiefere Sauce.
Kann ich den Rouladentopf am Vortag vorbereiten?
Ja, das Gericht ist sogar sehr gut zum Vorbereiten geeignet. Nach dem Schmoren abkühlen lassen, kalt stellen und am nächsten Tag langsam bei niedriger Hitze erwärmen. Falls die Sauce stark angedickt ist, einen kleinen Schluck heißes Wasser oder Fond einrühren.
Wie erkenne ich, dass das Rindfleisch wirklich zart ist?
Die Garzeit ist nur ein Richtwert, weil Fleischdicke und Bräterform variieren. Fertig ist der Rouladentopf, wenn sich ein Streifen mit der Gabel leicht teilen lässt und beim Kauen weich wirkt, ohne trocken zu zerfallen.
Kann ich den Rouladentopf ohne Rotwein und ohne Fertigsoße kochen?
Ja, die Sauce wird komplett ohne Rotwein und ohne Fertigsoße aufgebaut. Rinderfond, gelöster Bratensatz, Tomatenmark, Senf und Gewürzgurkensud liefern genug Tiefe, Säure und Würze.
Welche Beilagen passen zu Rouladentopf?
Klassisch passen Kartoffelpüree, Salzkartoffeln, Spätzle oder breite Bandnudeln, weil sie die kräftige Sauce gut aufnehmen. Für Gäste ist Kartoffelpüree besonders praktisch, da es sich parallel gut vorbereiten lässt.
Wie lange hält sich Rouladentopf und kann man ihn einfrieren?
Gut gekühlt hält sich der Rouladentopf etwa drei Tage. Zum Einfrieren vollständig abkühlen lassen und portionsweise verpacken. Beim Auftauen langsam erwärmen, damit die Sauce nicht ansetzt und das Fleisch saftig bleibt.