Kimchi aus Chinakohl selber machen
Chinakohl-Kimchi mit Rettich, Gochugaru und Fischsauce. Eine abgewogene Salzmenge bleibt im Ansatz; Temperatur, Lake, pH und Reifezeichen werden kontrolliert.
Der geschnittene Chinakohl wird gleichmäßig gesalzen und nicht abgespült. Danach kommen Würzpaste und Gemüse hinzu, bevor der Ansatz unter eigener Lake fermentiert.

Zutaten
Gemüse und Salz
Würzpaste
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Vorbereiten und salzen
- 1
Chinakohl schneiden und gleichmäßig salzen
Zutaten für diesen Schritt
Chinakohl längs vierteln, den festen Strunk herausschneiden und die Viertel in mundgerechte Stücke schneiden. Den Kohl in einer sehr großen Schüssel lagenweise mit dem Meersalz vermengen und 3–4 Minuten mit sauberen Händen massieren, bis alle Schnittflächen benetzt sind und erste Flüssigkeit austritt.
Notiz
Nicht brutal zerdrücken: Ziel ist biegsamer Kohl mit Biss, keine zerquetschte Masse.
- 2
Salz ziehen lassen und regelmäßig wenden
Den gesalzenen Kohl 2 Stunden bei Raumtemperatur ziehen lassen und alle 30 Minuten mit sauberen Händen oder einer sauberen Zange wenden. Er ist bereit, wenn die dicken Blattteile biegsam sind, ohne sofort zu brechen, und sich am Schüsselboden deutlich eigene Lake gesammelt hat.
Notiz
Die Ziehzeit hängt von Blattdicke und Raumtemperatur ab; als Orientierung sind 90 bis 120 Minuten sinnvoll, wichtiger ist aber die biegsame Struktur.
- 3
Nicht abspülen und die eigene Lake bewahren
Den Kohl nicht abspülen und nicht ausdrücken. Die Stücke mit einer sauberen Zange kurz über der Schüssel abtropfen lassen und in eine zweite saubere Schüssel geben. Die entstandene Kohl-Lake vollständig aufbewahren; sie wird beim Befüllen verwendet, falls die Oberfläche noch nicht bedeckt ist.
Notiz
Ein kleiner Geschmackstest hilft: Der Kohl darf würzig-salzig schmecken, aber nicht wie reines Salzwasser.
Abschnitt
Würzpaste und Gemüse mischen
- 4
Rettich und Frühlingszwiebeln schneiden
Zutaten für diesen Schritt
Daikon-Rettich schälen und in feine Stifte schneiden; sie sollen dünn genug sein, um mitzuflexen, aber nicht zu Mus zerfallen. Frühlingszwiebeln putzen und schräg in kurze Stücke schneiden. Beides getrennt bereitlegen, damit die Würzpaste erst fertig ist, bevor das Gemüse hineinkommt.
Notiz
Zu dicke Rettichstücke fermentieren langsamer und können im Glas harte, scharf schmeckende Inseln bleiben.
- 5
Aromatische Kimchi-Paste mixen
Zutaten für diesen Schritt
Knoblauch, Ingwer, Birne, Gochugaru und Fischsauce zu einer streichfähigen, leicht körnigen Paste pürieren. Kurz stehen lassen, damit die Chiliflocken Feuchtigkeit aufnehmen. Die Paste soll dick vom Löffel fallen; wirkt sie sehr fest, lieber länger rühren und nicht mit Wasser verdünnen.
Notiz
Beim Arbeiten mit Gochugaru sind Handschuhe oder ein Spatel praktisch: Die Chiliflocken färben stark und Chili an den Händen ist unangenehm.
- 6
Kohl, Rettich und Würzpaste gründlich vermengen
Gesalzenen Kohl, Rettichstifte und Frühlingszwiebeln mit der Würzpaste mischen. Dabei jede Kohlfläche sichtbar rot überziehen und dickere Blattstücke auseinanderziehen, damit keine hellen Taschen bleiben. Mit sauberen Handschuhen arbeiten und anschließend 10 Minuten stehen lassen, damit weitere Lake austritt.
Notiz
Zu zaghaftes Mischen führt zu ungleichmäßiger Fermentation und faden Stellen. Saubere Handschuhe machen diesen Schritt deutlich angenehmer.
Abschnitt
Abfüllen und fermentieren
- 7
Glas hygienisch vorbereiten und fest befüllen
Ein Fermentationsglas mit 1,5–2 l Fassungsvermögen, Deckel und Hilfswerkzeuge sehr heiß ausspülen und sauber abtropfen lassen. Das Kimchi portionsweise einfüllen und jede Lage fest nach unten drücken, bis Lake austritt und Luftblasen aufsteigen. Oben 3 cm Kopfraum lassen.
Notiz
Kein trockenes Gemüse am Glasrand kleben lassen; solche Stellen sind anfälliger für Schimmel.
- 8
Gemüse vollständig unter Lake halten
Die Oberfläche fest nach unten drücken und 10 Minuten warten. Bleiben Stücke trocken, portionsweise von der aufbewahrten Kohl-Lake ergänzen. Ein sauberes Fermentationsgewicht auflegen, sodass das gesamte Gemüse unter Flüssigkeit bleibt. Das Glas schließen und auf einen Teller stellen.
Notiz
Untertauchen ist der wichtigste Sicherheitshebel: Gemüse, das dauerhaft an der Luft liegt, verdirbt leichter.
- 9
Bei Raumtemperatur kontrolliert fermentieren
Das geschlossene Glas ohne direkte Sonne bei 18–22 °C 1–3 Tage fermentieren. Einmal täglich kurz öffnen, Gas entweichen lassen und die Oberfläche mit sauberem Werkzeug wieder unter die Lake drücken. Kleine Bläschen, leichter Druck und ein säuerlich-knoblauchiger Geruch zeigen Aktivität; fauliger Geruch ist kein Reifezeichen.
Notiz
Für Einsteiger ist ein Fenster von 1 bis 3 Tagen gut kontrollierbar. Je wärmer der Raum, desto schneller wird das Kimchi sauer.
Abschnitt
Reife, Lagerung und Sicherheit
- 10
pH und Reifegrad prüfen, dann kühlen
Am Ende der Raumtemperaturphase etwas Lake mit einem sauberen Löffel entnehmen und den pH-Wert prüfen. Er muss unter 4,6 liegen und im weiteren Verlauf sinken. Erst dann mit sauberem Besteck probieren: Das Kimchi soll säuerlich, salzig-würzig und noch bissfest schmecken. Anschließend sofort in den Kühlschrank stellen.
Notiz
Beim Probieren immer sauberes Besteck verwenden, damit keine Fremdkeime ins Glas gelangen.
- 11
Verderbzeichen ernst nehmen
Kimchi riecht intensiv, aber nicht faulig. Entsorge den Ansatz, wenn du pelzigen Schimmel, schwarze oder ungewöhnlich grelle Verfärbungen, fauligen Geruch, schleimige Fäden oder eine stark matschige Fehlentwicklung bemerkst. Nicht nur abkratzen: Bei solchen Zeichen ist die Charge nicht mehr zuverlässig sicher.
Notiz
Eine dünne, gleichmäßige Hefeschicht kann bei Fermenten vorkommen, ist für Einsteiger aber schwer zu beurteilen. Im Zweifel lieber verwerfen.
- 12
Kühl lagern und sauber entnehmen
Im Kühlschrank bleibt das Kimchi mehrere Wochen aromatisch, sofern das Gemüse unter Lake liegt und immer mit sauberem Besteck entnommen wird. Nach jedem Öffnen wieder fest nach unten drücken. Der Geschmack wird mit der Zeit saurer und runder; sehr reifes Kimchi passt besonders gut zu Reis, Bowls oder gebratenem Gemüse.
Notiz
Blubbern kann auch gekühlt noch leicht weitergehen. Das ist normal, solange Geruch, Farbe und Oberfläche unauffällig bleiben.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.
Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.
Kalorien
39.6 kcal
pro Portion
475.2 kcal
gesamt aktuell (12 Portionen)
Kohlenhydrate
6.98 g
pro Portion
83.8 g
gesamt aktuell (12 Portionen)
Protein
2.14 g
pro Portion
25.7 g
gesamt aktuell (12 Portionen)
Fett
0.619 g
pro Portion
7.43 g
gesamt aktuell (12 Portionen)
Ballaststoffe
2.49 g
pro Portion
29.9 g
gesamt aktuell (12 Portionen)
Zucker
2.98 g
pro Portion
35.7 g
gesamt aktuell (12 Portionen)
Salz
3.5 g
pro Portion
42 g
gesamt aktuell (12 Portionen)
Anmerkung
Der Ansatz füllt ein Fermentationsglas mit etwa 2 l Fassungsvermögen und ergibt rund 12 Beilagenportionen. Glas, Deckel, Gewicht und Werkzeuge müssen sauber und frei von Spülmittelresten sein.
FAQ
Häufige Fragen
Je nach Raumtemperatur dauert die aktive Phase meist 1 bis 3 Tage. Bläschen und ein säuerlicher Geruch zeigen Fermentation, ersetzen aber keine pH-Kontrolle. Vor dem Kühlen soll die Lake unter pH 4,6 liegen; bleibt sie darüber oder fehlen Reifezeichen, den Ansatz nicht essen.
Dieses Rezept nutzt eine abgewogene Salzführung statt eines starken Salzbads. Das Salz bleibt vollständig im Ansatz, zieht Wasser aus dem Kohl und ergibt zusammen mit der Fischsauce die gewünschte Endsalzung. Abspülen würde das berechnete Verhältnis unkontrollierbar verändern.
Ja, das ist beim Fermentieren besonders wichtig. Unter der Lake arbeitet die gewünschte Milchsäuregärung stabiler; trocken herausragende Stücke haben Luftkontakt und können leichter schimmeln oder unangenehm riechen.
Pelziger Schimmel, fauliger Geruch, schwarze oder stark ungewöhnliche Verfärbungen, schleimige Fäden und matschige Fehlentwicklung sind klare Abbruchzeichen. In solchen Fällen solltest du den Ansatz nicht mehr essen.
Ja, als knappe pflanzliche Abwandlung kannst du die Fischsauce durch helle glutenfreie Sojasauce oder Tamari ersetzen. Das Kimchi wird dadurch weniger meerig und etwas anders salzig, bleibt aber fermentierbar.
Bei sauberer Entnahme, kühler Lagerung und vollständig bedecktem Gemüse hält es sich mehrere Wochen. Der Geschmack verändert sich weiter: Anfangs ist es frischer, später deutlich saurer und kräftiger.
Das Gemüse zuerst fest nach unten drücken und kurz warten. Reicht die austretende Flüssigkeit nicht, die beim Salzen aufbewahrte Kohl-Lake nach und nach ergänzen. Kein ungesalzenes Wasser zugießen; das gesamte Gemüse muss unter der Flüssigkeit bleiben.