Spaghetti Bolognese mit langsam geschmortem Ragù

Kräftig geröstetes Rinderhack, Pancetta und Soffritto schmoren mit Wein, wenig Tomate und Milch zu gebundenem Ragù.

Klare Zeit- und Garzeichen führen vom ausgelassenen Pancettafett über vollständig eingekochten Wein bis zum dickflüssigen Ragù. Die Spaghetti garen knapp bissfest und werden direkt in der Sauce vollendet.

Spaghetti Bolognese mit langsam geschmorter Sauce fertig angerichtet
Gesamtzeit
3 h 5 min
Schwierigkeit
Mittel
ZeitplanIn 3 h 5 min auf dem Tisch
Vorbereiten
25 min
Ruhen
10 min
Kochen
2 h 30 min

Zutaten

Für Sauce und Nudelwasser

Für Spaghetti und Servieren

So gelingt das Rezept

  1. Abschnitt

    Ragù aufbauen

  2. 1

    Pancetta fünf bis sieben Minuten auslassen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Pancetta in etwa 5 mm große Würfel schneiden, zusammen mit dem Olivenöl in einen kalten schweren Topf geben und erst dann auf mittlere Hitze stellen. Unter gelegentlichem Rühren 5 bis 7 Minuten auslassen. Richtig ist der Zustand, wenn die Würfel glasig bis hellgolden sind und sichtbar Fett im Topf steht; dunkelbraune Kanten vermeiden.

  3. 2

    Soffritto acht bis zehn Minuten weich dünsten

    Zutaten für diesen Schritt

    Zwiebel und Karotte schälen. Zwiebel, Karotte und Staudensellerie in 3 bis 4 mm kleine Würfel schneiden; zähe Selleriefäden vorher abziehen. Das Gemüse in das ausgelassene Pancettafett geben und bei mittlerer bis niedriger Hitze 8 bis 10 Minuten rühren, bis die Zwiebel durchsichtig, die Karotte biegsamer und der Sellerie weich ist. Das Gemüse soll nicht kräftig bräunen.

  4. 3

    Rinderhack acht bis zehn Minuten rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Hitze erhöhen und das Rinderhack in mehreren groben Stücken in den Topf geben. Zunächst 2 Minuten ungestört anrösten, dann mit dem Kochlöffel in kleine Krümel teilen. Insgesamt 8 bis 10 Minuten braten, bis keine rosafarbenen Stellen mehr sichtbar sind, austretende Flüssigkeit verdampft ist und sich hellbrauner Bratensatz bildet. Schwarze Stellen am Topfboden vermeiden.

  5. 4

    Tomatenmark ein bis zwei Minuten rösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Tomatenmark unter Fleisch und Gemüse rühren. Bei mittlerer Hitze zunächst 60 Sekunden ständig bewegen und höchstens eine weitere Minute rösten. Wechselt die Farbe von kräftigem Rot zu Rotbraun und verschwindet der rohe Tomatengeruch, ist der richtige Punkt erreicht. Sobald das Mark dunkelbraun wird, die Hitze sofort verringern.

  6. 5

    Wein vier bis sechs Minuten einkochen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Weißwein angießen und den Bratensatz vollständig vom Topfboden lösen. Offen 4 bis 6 Minuten lebhaft köcheln lassen, bis nur noch ein dünner feuchter Film im Topf liegt und kein stechender Alkoholgeruch mehr aufsteigt. Erst dann mit dem nächsten Schritt fortfahren.

  7. 6

    Tomate, Wasser und Gewürze einrühren

    Zutaten für diesen Schritt

    Passierte Tomaten und den für diesen Schritt zugeordneten Teil des Wassers einrühren. Die Muskatnuss fein reiben. Lorbeerblatt, Pfeffer und Muskatnuss zugeben. Alles einmal aufkochen, dabei Topfboden und -rand sauber lösen, anschließend die Hitze sofort so weit senken, dass nur einzelne kleine Blasen aufsteigen.

  8. Abschnitt

    Schmoren und Pasta vollenden

  9. 7

    Ragù neunzig Minuten leise schmoren

    Das Ragù halb zugedeckt 90 Minuten bei niedriger Hitze schmoren. Etwa alle 20 Minuten vom Topfboden her umrühren. Die Sauce darf nur leise blubbern. Wird sie vor Ablauf der Zeit trocken oder setzt an, die Hitze weiter reduzieren und den Deckel etwas weiter schließen. Am Ende sollen Fleisch und Gemüse von einer dickflüssigen Sauce umhüllt sein, ohne dass sich wässrige Flüssigkeit absetzt.

  10. 8

    Milch zwanzig bis dreißig Minuten einkochen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Vollmilch gründlich unter das Ragù rühren. Weitere 20 bis 30 Minuten offen und sehr leise schmoren, bis keine helle Milchspur mehr sichtbar ist und die Sauce wieder am Fleisch haftet. Häufiger umrühren und sprudelndes Kochen vermeiden, damit sich die Milch gleichmäßig verbindet.

  11. 9

    Lorbeer entfernen, salzen und zehn Minuten ruhen lassen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Lorbeerblatt vollständig herausnehmen. Den für die Sauce vorgesehenen Salzanteil und den restlichen Pfeffer einrühren, 2 Minuten sanft köcheln und das Ragù probieren. Es soll fleischig, mild tomatig und gebunden schmecken. Den Topf vom Herd ziehen, abdecken und 10 Minuten ruhen lassen.

  12. 10

    Spaghetti knapp bissfest kochen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das für die Pasta zugeordnete Wasser in einem großen Topf sprudelnd aufkochen und den zugeordneten Salzanteil darin lösen. Die Spaghetti hineingeben, sofort umrühren und etwa 2 Minuten kürzer als die Packungszeit kochen. Vor dem Abgießen etwas stärkehaltiges Kochwasser abnehmen. Die Pasta abgießen, nicht abschrecken und sofort weiterverarbeiten.

  13. 11

    Spaghetti ein bis zwei Minuten im Ragù vollenden

    Die abgetropften Spaghetti zum heißen Ragù geben und bei niedriger Hitze 1 bis 2 Minuten mit zwei Kochlöffeln wenden, bis jede Nudel dünn überzogen ist. Nur wenn die Sauce stumpf oder zu fest wirkt, das zurückbehaltene Kochwasser esslöffelweise einarbeiten. Fertig ist die Pasta, wenn die Sauce glänzt und haftet, ohne am Topfboden zu stehen.

  14. 12

    Mit Parmigiano Reggiano servieren

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Parmigiano Reggiano fein reiben. Die Spaghetti Bolognese auf vorgewärmte tiefe Teller verteilen, den Käse gleichmäßig darüberstreuen und sofort servieren. Übriges Ragù getrennt von bereits gegarter Pasta abkühlen und aufbewahren.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

945.6 kcal

pro Portion

3782.3 kcal

gesamt aktuell (4 Portionen)

Kohlenhydrate

82.9 g

pro Portion

331.8 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Protein

45.8 g

pro Portion

183.4 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Fett

45.3 g

pro Portion

181.1 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Ballaststoffe

5.3 g

pro Portion

21.2 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Zucker

11.2 g

pro Portion

44.6 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Salz

2.28 g

pro Portion

9.1 g

gesamt aktuell (4 Portionen)

Häufige Fragen

Die Technik folgt den Kernelementen des 2023 in Bologna hinterlegten Ragù: Pancetta, fein geschnittenes Gemüse, Rindfleisch, vollständig eingekochter Wein, wenig Tomate, Wasser und langes Schmoren; Milch rundet die Sauce ab. Die Kombination mit Spaghetti ist eine verbreitete deutsche Servierform. In Bologna wird Ragù traditionell eher mit Tagliatelle serviert.

Vollmilch mildert die Säure von Wein und Tomate und verbindet sich beim langsamen Einkochen mit Fleisch und Gemüse. Sie soll nicht als helle Schicht sichtbar bleiben und das Ragù nicht nach Sahnesauce schmecken lassen.

Ja. Ersetze den Wein durch zusätzliche heiße, ungesalzene Brühe oder Wasser. Röste Fleisch und Tomatenmark besonders sorgfältig, weil dann weniger Säure und gelöste Röstaromen aus dem Wein zur Verfügung stehen.

Übriges Ragù sofort in flachen, geschlossenen Behältern herunterkühlen und innerhalb von 2 Tagen verbrauchen oder einfrieren. Bringe beim späteren Erhitzen auch die kühlste Stelle auf mindestens 70 °C; dieser Wert muss 2 Minuten lang gehalten werden. Bereits gegarte Spaghetti bewahrst du besser getrennt auf.

Meist war das Fleisch noch feucht, der Wein nicht weit genug eingekocht oder die Sauce hat zu stark unter einem vollständig geschlossenen Deckel gekocht. Halte die sichtbaren Endpunkte ein: trockener Bratensatz, fast vollständig reduzierter Wein und ein Ragù, das nach dem Schmoren am Fleisch haftet.

Spaghetti enthalten Gluten. Butter wird hier nicht verwendet, Vollmilch und Parmigiano Reggiano enthalten jedoch Milch; auch Staudensellerie ist kennzeichnungspflichtig. Kontrolliere zusätzlich das Weinetikett: Bei entsprechend hohem Gehalt müssen Schwefeldioxid beziehungsweise Sulfite dort als Allergen hervorgehoben sein. Prüfe außerdem die Verpackungen von Pasta, Milch und Käse.

Breite Tagliatelle tragen ein schweres Fleischragù besonders gut und entsprechen der Bologneser Tradition. Spaghetti funktionieren in dieser Version, weil sie knapp bissfest abgegossen und anschließend direkt im Ragù vollendet werden.

Ja. Koche nur das Ragù, kühle es zügig und bewahre es abgedeckt im Kühlschrank auf. Erwärme es am nächsten Tag vollständig, während die Pasta frisch kocht. So bleibt die Sauce gebunden und die Spaghetti werden nicht weich.

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