Bigos mit Sauerkraut, Wurst und Schweinefleisch

Polnischer Bigos mit Weißkohl, Sauerkraut, Schweinefleisch und geräucherter Wurst – langsam geschmort, kräftig und nicht suppig.

Weißkohl entwickelt im Schmortopf Röstaromen, bevor Sauerkraut, Pilze und Pflaumen dazukommen. Die angebratene Wurst gart erst beim offenen Einkochen mit, damit sie saftig bleibt.

Bigos mit Sauerkraut, Wurst und Schweinefleisch fertig angerichtet
Vorbereitung

40 min

Ruhezeit

8 h 30 min

Kochen

3 h 30 min

Zutaten

Für den Pilzfond

Für Fleisch und Kohl

Zum Schmoren und Abschmecken

Rezeptanleitung

Schritt für Schritt Ansicht

  1. Abschnitt

    Vorbereiten und Pilzaroma sichern

  2. 1

    Fleisch, Wurst, Kohl und Gewürze zuschneiden

    Die Schweineschulter in grobe Würfel schneiden, den Bauchspeck fein würfeln, die Krakauer oder Kielbasa in dicke Scheiben schneiden und die Zwiebeln würfeln. Den Weißkohl vom Strunk befreien und in feine bis mittlere Streifen schneiden. Die getrockneten Pflaumen grob hacken.

    Notiz

    Beim Kohl nicht zu fein schneiden: Zu dünne Streifen zerfallen nach der langen Schmorzeit schneller und geben weniger Biss.

  3. 2

    Pilze einweichen und Pilzfond sichern

    Zutaten für diesen Schritt

    Die getrockneten Steinpilze in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken und etwa 30 Minuten einweichen, bis sie biegsam sind. Pilze herausheben, grob hacken und das dunkle Einweichwasser durch ein feines Sieb mit Küchenpapier filtern, damit Sand im Filter bleibt und der aromatische Pilzfond später sauber mitschmort.

    Notiz

    Das Einweichwasser nicht wegschütten: Es bringt den typischen Waldpilzton in den Krauteintopf.

  4. Abschnitt

    Fleisch, Wurst und Kohl kräftig rösten

  5. 3

    Schweinefleisch kräftig anbraten

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Topf stark erhitzen, das vorgesehene Butterschmalz hineingeben und die Schweineschulter in Portionen rundum dunkelgolden anbraten. Das Fleisch erst wenden, wenn es sich leicht vom Topfboden löst. Mit dem Salz- und Pfefferanteil aus diesem Schritt würzen und anschließend herausnehmen.

    Notiz

    Grauer Fleischsaft ist ein Zeichen für zu viel Inhalt im Topf. Dann lieber in kleineren Portionen braten, damit echte Bräunung entsteht.

  6. 4

    Speck und Wurst auslassen

    Zutaten für diesen Schritt

    Im selben Topf den geräucherten Bauchspeck langsam anbraten, bis Fett austritt und die Kanten bräunen. Die Wurstscheiben zugeben und bei mittelhoher Hitze rösten, bis sie sichtbare braune Stellen haben. Beides herausnehmen, das aromatische Fett aber im Topf lassen.

    Notiz

    Die Wurst soll rösten, aber nicht austrocknen. Eine kräftige Bräunung reicht völlig.

  7. 5

    Zwiebeln und Tomatenmark dunkel anrösten

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Zwiebeln im Speckfett bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich werden und an den Rändern Farbe bekommen. Das Tomatenmark einrühren und mehrere Minuten rösten, bis es dunkler, leicht glänzend und nicht mehr roh-säuerlich riecht. Dabei den Topfboden gründlich abschaben.

    Notiz

    Zu helles Tomatenmark schmeckt flach; zu hohe Hitze macht es bitter. Mittlere Hitze ist hier sicherer.

  8. 6

    Weißkohl zusammenfallen lassen und leicht bräunen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das restliche Butterschmalz in den Topf geben und den Weißkohl portionsweise einarbeiten. Bei mittelhoher Hitze rühren und braten, bis die Streifen deutlich zusammenfallen, stellenweise goldbraun werden und süßlich duften. Erst dann ist genug Wasser verdampft, damit der Bigos später dick statt suppig wird.

    Notiz

    Wenn der Kohl sofort viel Flüssigkeit zieht, kurz ohne Deckel weiterbraten und erst weiterarbeiten, wenn wieder Röstaromen entstehen.

  9. Abschnitt

    Sauerkraut dosieren und alles langsam schmoren

  10. 7

    Sauerkraut prüfen und alles zusammenführen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Sauerkraut probieren: Schmeckt es angenehm sauer, nur ausdrücken; ist es extrem scharf-sauer, kurz abspülen und wieder ausdrücken. Sauerkraut, gehackte Pflaumen, gefilterten Pilzfond, gehackte Pilze und Rinderfond zur Kohl-Zwiebel-Basis geben. Fleisch und Speck zurückgeben. Wacholderbeeren und Pimentkörner leicht andrücken, mit Lorbeerblättern und Majoran einrühren; die gebräunte Wurst bleibt zunächst beiseite.

    Notiz

    Der Ansatz soll nicht bedeckt sein wie Suppe. Unten darf Flüssigkeit stehen, oben soll Kohl sichtbar bleiben.

  11. 8

    Sanft schmoren, bis Fleisch und Kohl weich werden

    Den Topf schließen und den Bigos bei niedriger Hitze etwa 2 Stunden schmoren lassen. Alle 20–25 Minuten gründlich vom Boden her umrühren, damit die süßlichen Kohlbestandteile nicht ansetzen. Das Fleisch soll zart werden, der Kohl weich sein und die Flüssigkeit nur leise blubbern.

    Notiz

    Bei sehr starkem Verdampfen die Hitze reduzieren. Bigos braucht Feuchtigkeit am Boden, aber keinen suppigen Flüssigkeitsspiegel.

  12. 9

    Offen einkochen, bis der Bigos glänzend und dick ist

    Die gebräunte Wurst wieder einrühren, den Deckel abnehmen und den Bigos weitere 35 bis 45 Minuten sanft einkochen lassen. Häufiger rühren, besonders am Rand und am Boden. Fertig ist die Konsistenz, wenn der Kohl glänzt, Fleisch und Wurst in einer dichten Krautmasse sitzen und beim Durchziehen mit dem Löffel keine wässrige Brühe nachläuft.

    Notiz

    Wirkt der Bigos trocken, den Deckel kurz wieder auflegen. Wirkt er suppig, offen weiterköcheln und geduldig reduzieren.

  13. Abschnitt

    Abkühlen, ziehen lassen und wieder erwärmen

  14. 10

    Sicher abkühlen und über Nacht ziehen lassen

    Den Topf vom Herd nehmen und die Lorbeerblätter entfernen. Den Bigos kurz abdampfen lassen, dann für schnelles Kühlen auf mehrere flache, saubere Behälter verteilen. Die Behälter in ein kaltes Wasserbad stellen und den Bigos gelegentlich umrühren. Innerhalb von zwei Stunden auf unter 10 °C abkühlen, anschließend abdecken und bei höchstens 5 °C über Nacht kalt stellen.

    Notiz

    Große Mengen nicht im warmen Schmortopf auskühlen lassen: In flachen Behältern sinkt die Temperatur deutlich schneller und gleichmäßiger.

  15. 11

    Langsam wieder erwärmen und final abschmecken

    Zutaten für diesen Schritt

    Den Bigos am nächsten Tag bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren vollständig erwärmen. Er muss auch in der Mitte mindestens 70 °C erreichen und diese Temperatur 2 Minuten halten. Danach die Hitze reduzieren und erst jetzt das restliche Salz sowie den übrigen Pfeffer einrühren, weil Sauerkraut, Wurst und Reduktion bereits kräftig würzen.

    Notiz

    Fehlt Frische, aufgefangene Sauerkrautlake sehr vorsichtig einrühren. Ist der Bigos zu sauer oder salzig, mit ungewürztem gegartem Weißkohl oder wenig ungesalzenem Fond ausgleichen; weiteres Reduzieren würde Säure und Salz konzentrieren.

  16. 12

    Heiß servieren und die Konsistenz halten

    Den Bigos heiß, aber nicht sprudelnd kochend servieren. Vor dem Portionieren noch einmal umrühren, damit Fleisch, Wurst und Kohl gleichmäßig verteilt sind. Als Hauptgericht passt er pur in tiefen Tellern, mit kräftigem Roggenbrot oder mit Salzkartoffeln besonders gut.

    Notiz

    Beim Warmhalten den Bigos durchgehend bei mindestens 60 °C halten und regelmäßig umrühren. Den Deckel leicht schräg auflegen, damit nichts austrocknet und trotzdem wenig Kondenswasser zurücktropft.

Nährwerte

Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.

Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.

Kalorien

636.4 kcal

pro Portion

3818.4 kcal

gesamt aktuell (6 Portionen)

Kohlenhydrate

26.2 g

pro Portion

157.2 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Protein

39.6 g

pro Portion

237.4 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Fett

42.7 g

pro Portion

256.2 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Ballaststoffe

8.85 g

pro Portion

53.1 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Zucker

13.4 g

pro Portion

80.6 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Salz

5.88 g

pro Portion

35.3 g

gesamt aktuell (6 Portionen)

Anmerkung

Ein schwerer Schmortopf mit etwa 6–7 l Volumen ist ideal, weil Kohl am Anfang viel Platz braucht. Bigos ist kein Gericht mit nur einer einzigen Originalfassung; diese Version bleibt polnisch ausgerichtet, setzt aber bewusst auf klare Säurekontrolle, kräftige Röstaromen und eine dicke, löffelbare Konsistenz. Am besten schmeckt der Eintopf nach dem Abkühlen und erneuten Erwärmen am nächsten Tag.

FAQ

Häufige Fragen

Nein, pauschales Abspülen nimmt dem Bigos viel Charakter. Probiere das Sauerkraut zuerst: Ist es angenehm sauer, reicht Abtropfen und Ausdrücken. Nur sehr scharf-saures oder stark salziges Sauerkraut sollte kurz gespült werden.

Beim Abkühlen und erneuten Erwärmen verbinden sich Rauch, Fett, Kohlsüße, Pilzaroma und Säure deutlich harmonischer. Deshalb ist das Ruhen kein Trick, sondern ein geplanter Qualitätsprozess für einen runderen Krauteintopf.

Entscheidend sind drei Punkte: Weißkohl vorher anrösten, nur so viel Flüssigkeit zugeben, dass der Ansatz schmort, und am Ende offen einkochen. Der fertige Bigos soll glänzen und löffelbar sein, aber keine dünne Brühe bilden.

Gut passen geräucherte Krakauer, Kielbasa oder eine andere kräftig geräucherte Brühwurst mit grober Struktur. Sehr milde Wiener oder stark gewürzte Grillwürste verändern den Geschmack und bringen weniger Rauch in den Eintopf.

Ja. Bigos nach dem Kochen zügig in flachen Behältern abkühlen und bei höchstens 5 °C lagern. Im Kühlschrank innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen. Eingefroren bleibt er etwa drei Monate stabil; langsam im Kühlschrank auftauen und beim Aufwärmen vollständig durcherhitzen.

Zu starke Säure oder Salzigkeit nicht durch weiteres Einkochen korrigieren. Ungesalzenen gegarten Weißkohl einarbeiten oder vorsichtig ungesalzenen Fond ergänzen und die Konsistenz anschließend neu prüfen. Eine Kartoffelbeilage mildert den Eindruck auf dem Teller, verändert aber den Bigos selbst nicht.

Für diese Menge ist ein schwerer Topf mit etwa 6–7 l Volumen sinnvoll. Der Kohl braucht am Anfang viel Platz, fällt aber beim Rösten deutlich zusammen. Ein zu kleiner Topf fördert Dämpfen statt Bräunen.

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