Bigos: polnischer Krauteintopf mit Fleisch und Wurst
Bigos mit Sauerkraut und Weißkohl, zart geschmortem Schweinefleisch und geräucherter Krakauer. Steinpilze und Pflaumen geben Tiefe.
Brate Fleisch und Krakauer getrennt an und schmore den Kohl anschließend langsam, bis die Schweineschulter weich ist. Den Bigos kannst du am selben Tag servieren; gekühlt über Nacht durchgezogen schmeckt er oft noch runder.

- Vorbereiten
- 40 min
- Ruhen
- 0 min
- Kochen
- 3 h 30 min
So gelingt das Rezept
Du kochst für 6 Personen. Pro Person: Eine große Portion Krauteintopf; Brot oder Kartoffeln sind nicht eingerechnet. Alle Mengen in den Schritten sind bereits angepasst.
Steinpilze einweichen und Zutaten vorbereiten
- 1
Steinpilze einweichen und abspülen
Zutaten für diesen Schritt
Die Steinpilze kurz unter fließendem Wasser abspülen, in eine Schüssel geben und mit dem angegebenen Wasser lauwarm übergießen. Etwa 30 Minuten einweichen, bis sie weich und biegsam sind; abweichende Packungshinweise beachten. Währenddessen mit dem nächsten Schritt beginnen. Danach das Einweichwasser weggießen, die Pilze in einem Sieb gründlich abspülen, auf Sand prüfen und grob hacken. Bis zum Schmoren beiseitestellen.
- 2
Gemüse, Wurst und Fleisch vorbereiten
Zwiebeln schälen und würfeln. Vom Weißkohl die äußeren beschädigten Blätter und den harten Strunk entfernen, den Kohl in etwa 1 cm breite Streifen schneiden. Pflaumen grob hacken, Bauchspeck würfeln und Krakauer in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Die Schweineschulter zuletzt auf einem getrennten Brett in etwa 4 cm große Würfel schneiden und trocken tupfen. Hände, Messer, Brett und Kontaktflächen anschließend gründlich reinigen. Fleisch und Wurst bis zum Anbraten kühl halten.
Fleisch, Wurst und Kohl anbraten
- 3
Schweinefleisch portionsweise anbraten
Zutaten für diesen Schritt
Einen schweren Topf mit Deckel und etwa 7 l Volumen erhitzen. Das für diesen Schritt vorgesehene Butterschmalz hineingeben und die Schweineschulter in zwei bis drei Portionen rundum kräftig goldbraun anbraten. Der Topfboden soll zwischen den Würfeln sichtbar bleiben. Erst wenden, wenn sich das Fleisch leicht löst; dunklen Bratensatz nicht schwarz werden lassen. Mit dem Pfeffer würzen und samt austretendem Fleischsaft in eine Schüssel geben.
- 4
Speck auslassen und Krakauer bräunen
Zutaten für diesen Schritt
Im selben Topf den Bauchspeck bei mittlerer Hitze auslassen, bis die Ränder bräunen. Krakauer zugeben und auf beiden Schnittflächen anbraten. Speck und Wurst herausheben und getrennt bereithalten, das ausgelassene Fett bleibt im Topf. Die Krakauer wird erst am Ende mitgeschmort, damit sie nicht zerfällt.
- 5
Zwiebeln und Tomatenmark rösten
Zutaten für diesen Schritt
Die Zwiebeln im Speckfett bei mittlerer Hitze 6 bis 8 Minuten weich und an den Rändern goldbraun braten. Tomatenmark einrühren und unter ständigem Rühren 2 bis 3 Minuten rösten, bis es dunkler wird und nicht mehr roh riecht. Wird der Ansatz zu dunkel, die Hitze reduzieren.
- 6
Weißkohl portionsweise zusammenfallen lassen
Zutaten für diesen Schritt
Das restliche Butterschmalz zugeben. Den Weißkohl nach und nach einarbeiten und jede Portion unter häufigem Rühren zusammenfallen lassen, bevor die nächste folgt. Insgesamt etwa 12 bis 15 Minuten braten. Einzelne Kohlstreifen dürfen goldbraun werden; Zwiebeln und Tomatenmark sollen dabei nicht anbrennen. Der Kohl muss noch nicht weich sein.
Bigos schmoren und fertigstellen
- 7
Sauerkraut, Pilze und Schmorflüssigkeit zugeben
Zutaten für diesen Schritt
Das abgetropfte Sauerkraut probieren. Nur wenn es sehr salzig oder unangenehm scharf-sauer ist, kurz kalt abspülen und wieder abtropfen lassen. Sauerkraut, Pflaumen, abgespülte Steinpilze, Rinderfond und das frische Schmorwasser zum Weißkohl geben. Schweinefleisch mit Fleischsaft und Bauchspeck zurückgeben; die Krakauer bleibt noch beiseite. Lorbeerblätter mitzählen und zugeben. Wacholder und Piment im Mörser fein zerstoßen, Majoran zwischen den Fingern zerreiben und beides einrühren. Unter Rühren einmal aufkochen.
- 8
Sanft schmoren und Flüssigkeit prüfen
Zutaten für diesen Schritt
Den Topf schließen und den Bigos bei niedriger Hitze etwa 2 Stunden leise köcheln lassen. Alle 20 bis 25 Minuten gründlich vom Boden her umrühren. Die Flüssigkeit soll zwischen dem Kohl stehen, ihn aber nicht vollständig bedecken. Wird der Boden trocken, heißes Wasser aus der bereitgestellten Reserve nach und nach zugießen und die Hitze reduzieren; nicht die gesamte Reserve auf einmal verwenden. Fertig ist dieser Abschnitt, wenn sich die größten Fleischwürfel mit der Gabel leicht teilen lassen. Sind sie noch fest, zugedeckt weiterschmoren und erneut prüfen.
- 9
Krakauer zugeben und Bigos eindicken
Die gebräunte Krakauer einrühren und den Bigos ohne Deckel etwa 35 bis 45 Minuten sanft weiterköcheln lassen. Häufig am Boden und Rand entlangrühren. Er soll saftig und löffelbar bleiben, aber keine Schicht dünner Brühe mehr bilden. Ist er schon früher dicht genug, den Deckel wieder auflegen. Vor dem Servieren muss das Gericht überall mindestens 70 °C erreicht und diese Temperatur 2 Minuten gehalten haben.
Servieren oder für morgen vorbereiten
- 10
Abschmecken und frisch servieren
Zutaten für diesen Schritt
Alle mitgezählten Lorbeerblätter entfernen. Den Bigos umrühren und probieren. Das bereitgestellte Salz nur nach Bedarf nach und nach einrühren: Speck, Wurst und Sauerkraut bringen bereits Salz mit. Mit dem übrigen Pfeffer abschmecken. Kohl, Fleisch und Wurst gleichmäßig auf die Teller verteilen und heiß servieren. Roggenbrot oder Salzkartoffeln passen dazu. Die folgenden Schritte brauchst du nur, wenn du den Bigos für später aufbewahrst.
- 11
Optional: für den nächsten Tag kühlen
Bigos zum Vorkochen oder Reste unmittelbar nach dem Essen auf saubere, flache Behälter verteilen. Im kalten Wasserbad unter gelegentlichem Rühren zügig abkühlen, dann abgedeckt bei höchstens 5 °C in den Kühlschrank stellen. Nicht den großen, noch warmen Topf über Nacht auf dem Herd stehen lassen. Innerhalb von zwei Tagen essen oder die abgekühlten Portionen einfrieren.
- 12
Optional: aufbewahrte Portionen aufwärmen
Nur die benötigten Portionen in einen Topf geben; gefrorenen Bigos vorher im Kühlschrank auftauen lassen. Unter regelmäßigem Rühren vollständig erhitzen, bis er überall mindestens 70 °C erreicht und diese Temperatur 2 Minuten gehalten hat. Ist der Bigos sehr fest geworden, heißes Wasser nach Bedarf unterrühren. Sofort servieren; den Vorrat im Kühlschrank lassen und nicht täglich den gesamten Topf aufwärmen und wieder abkühlen.
Geschätzte Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten geschätzt. Je nach Produkt, Zubereitung und Portionsgröße können sie abweichen.
Berechnungsgrundlage pro Person: Eine große Portion Krauteintopf; Brot oder Kartoffeln sind nicht eingerechnet. Angezeigt werden die Werte pro Person und für das gesamte Rezept (6 Personen).
Kalorien
640 kcal
pro Person
3810 kcal
gesamtes Rezept (6 Personen)
Kohlenhydrate
17 g
pro Person
104 g
gesamtes Rezept (6 Personen)
Protein
41 g
pro Person
246 g
gesamtes Rezept (6 Personen)
Fett
42 g
pro Person
252 g
gesamtes Rezept (6 Personen)
Ballaststoffe
9,2 g
pro Person
55 g
gesamtes Rezept (6 Personen)
Zucker
12 g
pro Person
74 g
gesamtes Rezept (6 Personen)
Salz
4,9 g
pro Person
30 g
gesamtes Rezept (6 Personen)
Häufige Fragen
Nein. Sobald das Fleisch weich und der Krauteintopf fertig eingekocht ist, kannst du ihn frisch servieren. Plane für diese Variante gut vier Stunden ein; feste Fleischstücke brauchen gegebenenfalls länger. Über Nacht im Kühlschrank durchgezogen schmeckt Bigos oft runder. Diese zusätzliche Kühlzeit und das Wiedererwärmen sind in der angegebenen Gesamtzeit nicht enthalten.
Bigos ist ein polnischer Krauteintopf mit Sauerkraut, frischem Kohl, Fleisch und häufig geräucherter Wurst. Je nach Region und Familie unterscheiden sich Fleischsorten, Kohlanteile und Gewürze. In dieser Variante schmoren Schweineschulter, Krakauer, Steinpilze und Trockenpflaumen zusammen; andere traditionelle Rezepte kommen beispielsweise ohne Pflaumen aus.
Mit Deckel sanft schmoren und regelmäßig vom Boden her umrühren. Wenn der Boden trocken wird, heißes Reservewasser nach und nach zugeben. Am Ende ohne Deckel reduzieren. Fertiger Bigos ist dicht, aber saftig: Zwischen Kohl und Fleisch soll keine dünne Brühe mehr stehen. Ist er schon dick genug, mit Deckel weitergaren.
Geräucherte, schnittfeste Krakauer hält beim kurzen Mitschmoren ihre Form; Cabanossi ist eine kräftige Alternative. Schweineschulter eignet sich zum langen Schmoren, Schweinenacken ebenfalls. Mageres Filet wird bei dieser langen Garzeit leicht trocken. Bei einem Austausch ändern sich Fett-, Salz- und Allergenangaben.
Nach dem Kochen zügig in flachen Behältern abkühlen, abgedeckt bei höchstens 5 °C lagern und innerhalb von zwei Tagen essen oder portionsweise einfrieren. Gefrorenen Bigos im Kühlschrank auftauen. Nur die benötigte Portion unter Rühren überall für mindestens 2 Minuten auf 70 °C erhitzen. Nicht täglich den gesamten Vorrat erwärmen und wieder abkühlen.
Sauerkraut vor dem Kochen probieren und nur bei starkem Salzgehalt oder scharfer Säure kurz abspülen. Ungesalzenen Fond nehmen und erst am Ende nachsalzen. Ist der fertige Bigos zu salzig, hilft zusätzliches ungesalzen gegartes Kraut; Wasser allein verdünnt nur vorübergehend, wenn es wieder einkocht. Zucker mildert den Säureeindruck, entfernt aber weder Säure noch Salz.
Butterschmalz wird aus Milch hergestellt. Krakauer, Bauchspeck und Rinderfond können je nach Produkt beispielsweise Senf oder Sellerie enthalten, Trockenpflaumen gegebenenfalls Sulfite. Die Kennzeichnung der verwendeten Packungen ist entscheidend. Brot als Beilage kann zusätzlich Gluten enthalten.
Für diese Variante verwenden wir frisches Wasser und Fond zum Schmoren. So gelangen Bodensatz und mögliche Verunreinigungen aus dem Einweichwasser nicht in den Topf. Die eingeweichten Pilze werden zusätzlich abgespült und anschließend lange mitgegart. Einweichdauer und weitere Zubereitungshinweise der jeweiligen Packung beachten; getrocknete Pilze nicht roh essen.
Roggenbrot passt zur kräftigen Soße, Salzkartoffeln mildern den intensiven Geschmack. Der Eintopf ist durch Fleisch, Wurst und Kohl auch ohne Beilage eine sättigende Hauptmahlzeit. Beilagen sind in den Zutaten und geschätzten Nährwerten dieses Rezepts nicht enthalten.
Die Angaben sind eine Schätzung aus den Zutaten. Wurst, Speck, Fond und Sauerkraut unterscheiden sich vor allem bei Fett und Salz deutlich. Mitgerechnet werden die angegebenen Trockenpilze, Gewürze und das bereitgestellte Salz; Verluste über weggegossenes Einweichwasser und entfernte Lorbeerblätter sind nicht einzeln gemessen. Wenn du weniger Salz verwendest, fällt der tatsächliche Salzgehalt niedriger aus.