Bigos mit Sauerkraut, Wurst und Schweinefleisch
Polnischer Bigos mit Sauerkraut, Weißkohl, Schweineschulter und geräucherter Krakauer – langsam geschmort, dicht und kräftig.
Gerösteter Weißkohl, Sauerkraut, Fleisch und Krakauer schmoren mit Steinpilzen und Pflaumen zu einem dichten Eintopf. Über Nacht verbinden sich Rauch, Säure und Würze.

Zutaten
Für den Bigos
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Zutaten vorbereiten und Pilzfond gewinnen
- 1
Gemüse, Wurst und Fleisch getrennt vorbereiten
Zuerst die Zwiebeln würfeln, den Weißkohl vom Strunk befreien und in mittlere Streifen schneiden sowie die Pflaumen grob hacken. Bauchspeck klein würfeln und Krakauer in dicke Scheiben schneiden. Die Schweineschulter zuletzt auf einem getrennten Brett in etwa 4 cm große Würfel schneiden. Hände, Messer, Brett und Kontaktflächen danach gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.
- 2
Steinpilze einweichen und Einweichwasser filtern
Zutaten für diesen Schritt
Die Steinpilze mit dem kalten Wasser übergießen und etwa 30 Minuten einweichen, bis sie biegsam sind. Pilze herausheben, auf Sand prüfen und grob hacken. Das Einweichwasser durch ein feines Sieb mit sauberem Passiertuch filtern; den Bodensatz nicht mitgießen. Pilze und gefilterten Pilzfond getrennt bereithalten.
Abschnitt
Fleisch, Wurst und Kohl rösten
- 3
Schweineschulter portionsweise dunkelgolden braten
Zutaten für diesen Schritt
Einen schweren Topf mit 6 bis 7 l Volumen stark erhitzen. Die erste Hälfte Butterschmalz hineingeben und die Schweineschulter in zwei bis drei Portionen rundum dunkelgolden anbraten. Erst wenden, wenn sich die Würfel leicht vom Boden lösen. Mit dem vorgesehenen Salz und Pfeffer würzen, herausnehmen und austretenden Fleischsaft mit in die Schüssel geben.
- 4
Bauchspeck auslassen und Krakauer bräunen
Zutaten für diesen Schritt
Im selben Topf den Bauchspeck bei mittlerer Hitze auslassen, bis die Kanten bräunen. Krakauer zugeben und unter Wenden rösten, bis beide Schnittflächen deutliche braune Stellen zeigen. Speck und Wurst herausnehmen; das ausgelassene Fett bleibt im Topf.
- 5
Zwiebeln weich braten und Tomatenmark rösten
Zutaten für diesen Schritt
Die Zwiebeln im Speckfett bei mittlerer Hitze 6 bis 8 Minuten weich und an den Rändern goldbraun braten. Tomatenmark einrühren und 2 bis 3 Minuten weiterrösten, bis es dunkler und leicht glänzend wird. Ständig rühren und den Topfboden lösen, damit das Tomatenmark nicht bitter anbrennt.
- 6
Weißkohl portionsweise zusammenfallen lassen
Zutaten für diesen Schritt
Das restliche Butterschmalz zugeben. Den Weißkohl in drei Portionen einarbeiten und jede Portion bei mittelhoher Hitze unter Rühren zusammenfallen lassen, bevor die nächste folgt. Insgesamt 12 bis 15 Minuten braten, bis einzelne Streifen goldbraun sind, süßlich duften und sich am Topfboden keine freie Flüssigkeit sammelt.
Abschnitt
Bigos langsam schmoren und eindicken
- 7
Sauerkraut prüfen und Schmoransatz zusammenführen
Zutaten für diesen Schritt
Das abgetropfte Sauerkraut probieren und ausdrücken. Nur wenn es unangenehm scharf-sauer oder sehr salzig schmeckt, kurz mit kaltem Wasser abspülen und erneut ausdrücken. Sauerkraut, Pflaumen, Pilze, gefilterten Pilzfond und Rinderfond zum Weißkohl geben. Schweinefleisch und Bauchspeck zurückgeben. Lorbeer, leicht angedrückten Wacholder und Piment sowie zwischen den Fingern zerriebenen Majoran einrühren; die gebräunte Krakauer bleibt noch beiseite. Flüssigkeit soll nur unten zwischen dem Kohl stehen, nicht alles bedecken.
- 8
Zugedeckt sanft schmoren und regelmäßig umrühren
Den Topf schließen und den Bigos bei niedriger Hitze etwa 2 Stunden nur leise köcheln lassen. Alle 20 bis 25 Minuten gründlich vom Boden her umrühren. Wird der Topfboden sichtbar trocken, die Hitze sofort reduzieren und den Deckel dicht schließen. Am Ende müssen Kohl und Fleisch weich sein; die größten Fleischwürfel erreichen an mehreren Stellen zwei Minuten lang mindestens 70 °C.
- 9
Krakauer zugeben und Bigos offen eindicken
Die gebräunte Krakauer einrühren, den Deckel abnehmen und den Bigos weitere 35 bis 45 Minuten sanft einkochen. Häufig am Rand und Boden entlangrühren. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn Kohl, Fleisch und Wurst dicht und glänzend zusammenliegen und nach einer mit dem Löffel gezogenen Spur keine wässrige Brühe nachläuft.
Abschnitt
Schnell kühlen, durchziehen lassen und servieren
- 10
Bigos in flachen Behältern zügig herunterkühlen
Lorbeerblätter entfernen und den Bigos höchstens 10 Minuten abdampfen lassen. Dann auf mehrere saubere, flache Behälter verteilen und diese in ein kaltes Wasserbad stellen. Mit einem sauberen Löffel gelegentlich umrühren, damit die Wärme gleichmäßig entweicht. Die Temperatur zügig und im Verlauf weniger Stunden unter 7 °C bringen, die Behälter abdecken und bei höchstens 5 °C über Nacht kalt stellen.
- 11
Vollständig wiedererwärmen und zuletzt abschmecken
Zutaten für diesen Schritt
Den Bigos am nächsten Tag bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren vollständig erwärmen. An mehreren Stellen messen: Auch die kälteste Stelle muss zwei Minuten lang mindestens 70 °C heiß sein. Erst danach das restliche Salz und den übrigen Pfeffer einrühren. Noch 5 Minuten bei niedriger Hitze rühren, dann prüfen: Die Säure soll deutlich, aber nicht stechend sein, und hinter einer mit dem Löffel gezogenen Spur darf keine wässrige Brühe nachlaufen.
- 12
Heiß servieren oder sicher warmhalten
Den Bigos vor dem Portionieren gründlich umrühren, damit Kohl, Fleisch und Wurst gleichmäßig verteilt sind. Pur, mit Roggenbrot oder Salzkartoffeln servieren. Beim Warmhalten an allen Stellen mindestens 60 °C halten, regelmäßig umrühren und den Deckel leicht schräg auflegen. Reste zügig erneut kühlen und abgedeckt lagern.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.
Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.
Kalorien
631.5 kcal
pro Portion
3789.1 kcal
gesamt aktuell (6 Portionen)
Kohlenhydrate
26.2 g
pro Portion
157.2 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Protein
39.6 g
pro Portion
237.4 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Fett
42.7 g
pro Portion
256.2 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Ballaststoffe
8.85 g
pro Portion
53.1 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Zucker
13.4 g
pro Portion
80.6 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
Salz
5.88 g
pro Portion
35.3 g
gesamt aktuell (6 Portionen)
FAQ
Häufige Fragen
Nein. Sauerkraut zuerst probieren, abtropfen lassen und ausdrücken. Nur bei unangenehm scharfer Säure oder sehr hohem Salzgehalt kurz kalt abspülen; sonst verliert der Eintopf unnötig Aroma.
Beim gekühlten Durchziehen und vollständigen Wiedererwärmen verbinden sich Raucharoma, Kohl, Pilze, Pflaumen und Fleischsaft. Das Gericht wird dadurch harmonischer, ohne dass zusätzliche Würze nötig ist.
Weißkohl portionsweise rösten, die Flüssigkeit nur bis zwischen den Kohl reichen lassen und am Ende offen einkochen. Fertiger Bigos ist dicht und glänzend; hinter dem Löffel darf keine dünne Brühe nachlaufen.
Eine kräftig geräucherte Krakauer passt zur herzhaften Kohl- und Fleischnote. Entscheidend sind Rauch, eine schnittfeste Struktur und eine Zutatenliste, deren Salz- und Allergenhinweise zum übrigen Gericht passen.
Den Eintopf zügig in flachen Behältern auf unter 7 °C kühlen, abdecken und bei höchstens 5 °C lagern. Gekühlte Reste innerhalb von zwei Tagen verbrauchen. Zum Einfrieren vollständig gekühlte Portionen luftdicht verpacken, im Kühlschrank auftauen und beim Erwärmen überall für zwei Minuten auf mindestens 70 °C bringen.
Sauerkraut vor dem Schmoren probieren und nur bei unangenehm scharfer Säure oder hohem Salzgehalt kurz abspülen. Ungesalzenen Fond verwenden, den Großteil des Salzes erst nach dem Wiedererwärmen zugeben und den Bigos nicht über den dichten Endpunkt hinaus reduzieren.
Butterschmalz enthält Milch. Je nach Produkt können Krakauer, Bauchspeck und Rinderfond weitere kennzeichnungspflichtige Allergene oder Spuren enthalten; deshalb bleiben die Angaben auf den konkret verwendeten Packungen maßgeblich.
Nein. Polnischer Bigos kennt regionale und familiäre Varianten. Sauerkraut, frischer Kohl, Fleisch und Wurst bilden hier den Kern; Steinpilze, Pflaumen, Majoran und die dicke Schmorstruktur sind für diese belegte Variante bewusst gewählt.