Plany Rezeptdruck
Bigos mit Sauerkraut, Wurst und Schweinefleisch
Weißkohl entwickelt im Schmortopf Röstaromen, bevor Sauerkraut, Pilze und Pflaumen dazukommen. Die angebratene Wurst gart erst beim offenen Einkochen mit, damit sie saftig bleibt.

Nährwerte
Richtwerte pro Portion und für das gesamte Rezept.
Zutatenübersicht
Für 6 Portionen.
Für den Pilzfond
- 20 g getrocknete Steinpilze, ersatzweise gemischte getrocknete Waldpilze, sandige Stücke aussortieren
- 300 ml kaltes Wasser, wird nach dem Einweichen gefiltert und mitgeschmort
Für Fleisch und Kohl
- 700 g Schweineschulter ohne Schwarte, in grobe Würfel geschnitten, gut marmoriert ist ideal
- 6 g feines Salz, aufgeteilt für Fleisch und finales Abschmecken
- 3 g frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, aufgeteilt für Rösten und Finish
- 30 g Butterschmalz, für hohe Bräunungshitze und saubere Röstaromen
- 150 g geräucherter Bauchspeck, in kleine Würfel geschnitten
- 350 g geräucherte Krakauer oder Kielbasa, in dicke Scheiben geschnitten, möglichst kräftig geräuchert
- 250 g gelbe Zwiebeln, gewürfelt
- 40 g Tomatenmark, für Farbe, Tiefe und leichte Süße
- 900 g frischer Weißkohl, ohne Strunk gewogen, in feine bis mittlere Streifen geschnitten
Zum Schmoren und Abschmecken
- 700 g mildes Sauerkraut, Abtropfgewicht; Lake auffangen und nur zum vorsichtigen Nachsäuern verwenden; nur bei extrem scharfer Säure kurz spülen
- 60 g getrocknete Pflaumen ohne Stein, grob gehackt, für eine zurückhaltende Süße
- 300 ml kräftiger Rinderfond, ungesalzen oder nur mild gesalzen, damit die Kontrolle über Salz bleibt
- 3 Stück Lorbeerblätter, ganz mitgeschmort und vor dem Servieren entfernt
- 8 Stück Wacholderbeeren, leicht angedrückt
- 5 Stück Pimentkörner, leicht angedrückt
- 2 g Getrockneter Majoran, zwischen den Fingern leicht zerreiben
Zubereitung
12 Schritte, mit den passenden Zutaten direkt im Ablauf.
Vorbereiten und Pilzaroma sichern
Fleisch, Wurst, Kohl und Gewürze zuschneiden
Zutaten: 20 g getrocknete Steinpilze, ersatzweise gemischte getrocknete Waldpilze, sandige Stücke aussortieren · 700 g Schweineschulter ohne Schwarte, in grobe Würfel geschnitten, gut marmoriert ist ideal · 150 g geräucherter Bauchspeck, in kleine Würfel geschnitten · 350 g geräucherte Krakauer oder Kielbasa, in dicke Scheiben geschnitten, möglichst kräftig geräuchert · 250 g gelbe Zwiebeln, gewürfelt · 900 g frischer Weißkohl, ohne Strunk gewogen, in feine bis mittlere Streifen geschnitten · 60 g getrocknete Pflaumen ohne Stein, grob gehackt, für eine zurückhaltende Süße
Die Schweineschulter in grobe Würfel schneiden, den Bauchspeck fein würfeln, die Krakauer oder Kielbasa in dicke Scheiben schneiden und die Zwiebeln würfeln. Den Weißkohl vom Strunk befreien und in feine bis mittlere Streifen schneiden. Die getrockneten Pflaumen grob hacken.
Notiz: Beim Kohl nicht zu fein schneiden: Zu dünne Streifen zerfallen nach der langen Schmorzeit schneller und geben weniger Biss.
Pilze einweichen und Pilzfond sichern
Zutaten: 20 g getrocknete Steinpilze · 300 ml kaltes Wasser
Die getrockneten Steinpilze in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken und etwa 30 Minuten einweichen, bis sie biegsam sind. Pilze herausheben, grob hacken und das dunkle Einweichwasser durch ein feines Sieb mit Küchenpapier filtern, damit Sand im Filter bleibt und der aromatische Pilzfond später sauber mitschmort.
Notiz: Das Einweichwasser nicht wegschütten: Es bringt den typischen Waldpilzton in den Krauteintopf.
Fleisch, Wurst und Kohl kräftig rösten
Schweinefleisch kräftig anbraten
Zutaten: 15 g Butterschmalz · 700 g Schweineschulter ohne Schwarte · 4 g feines Salz · 2 g frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Den Topf stark erhitzen, das vorgesehene Butterschmalz hineingeben und die Schweineschulter in Portionen rundum dunkelgolden anbraten. Das Fleisch erst wenden, wenn es sich leicht vom Topfboden löst. Mit dem Salz- und Pfefferanteil aus diesem Schritt würzen und anschließend herausnehmen.
Notiz: Grauer Fleischsaft ist ein Zeichen für zu viel Inhalt im Topf. Dann lieber in kleineren Portionen braten, damit echte Bräunung entsteht.
Speck und Wurst auslassen
Zutaten: 150 g geräucherter Bauchspeck · 350 g geräucherte Krakauer oder Kielbasa
Im selben Topf den geräucherten Bauchspeck langsam anbraten, bis Fett austritt und die Kanten bräunen. Die Wurstscheiben zugeben und bei mittelhoher Hitze rösten, bis sie sichtbare braune Stellen haben. Beides herausnehmen, das aromatische Fett aber im Topf lassen.
Notiz: Die Wurst soll rösten, aber nicht austrocknen. Eine kräftige Bräunung reicht völlig.
Zwiebeln und Tomatenmark dunkel anrösten
Zutaten: 250 g gelbe Zwiebeln · 40 g Tomatenmark
Die Zwiebeln im Speckfett bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich werden und an den Rändern Farbe bekommen. Das Tomatenmark einrühren und mehrere Minuten rösten, bis es dunkler, leicht glänzend und nicht mehr roh-säuerlich riecht. Dabei den Topfboden gründlich abschaben.
Notiz: Zu helles Tomatenmark schmeckt flach; zu hohe Hitze macht es bitter. Mittlere Hitze ist hier sicherer.
Weißkohl zusammenfallen lassen und leicht bräunen
Zutaten: 15 g Butterschmalz · 900 g frischer Weißkohl
Das restliche Butterschmalz in den Topf geben und den Weißkohl portionsweise einarbeiten. Bei mittelhoher Hitze rühren und braten, bis die Streifen deutlich zusammenfallen, stellenweise goldbraun werden und süßlich duften. Erst dann ist genug Wasser verdampft, damit der Bigos später dick statt suppig wird.
Notiz: Wenn der Kohl sofort viel Flüssigkeit zieht, kurz ohne Deckel weiterbraten und erst weiterarbeiten, wenn wieder Röstaromen entstehen.
Sauerkraut dosieren und alles langsam schmoren
Sauerkraut prüfen und alles zusammenführen
Zutaten: 700 g mildes Sauerkraut · 60 g getrocknete Pflaumen ohne Stein · 300 ml kräftiger Rinderfond · 3 Stück Lorbeerblätter · 8 Stück Wacholderbeeren · 5 Stück Pimentkörner · 2 g Getrockneter Majoran
Das Sauerkraut probieren: Schmeckt es angenehm sauer, nur ausdrücken; ist es extrem scharf-sauer, kurz abspülen und wieder ausdrücken. Sauerkraut, gehackte Pflaumen, gefilterten Pilzfond, gehackte Pilze und Rinderfond zur Kohl-Zwiebel-Basis geben. Fleisch und Speck zurückgeben. Wacholderbeeren und Pimentkörner leicht andrücken, mit Lorbeerblättern und Majoran einrühren; die gebräunte Wurst bleibt zunächst beiseite.
Notiz: Der Ansatz soll nicht bedeckt sein wie Suppe. Unten darf Flüssigkeit stehen, oben soll Kohl sichtbar bleiben.
Sanft schmoren, bis Fleisch und Kohl weich werden
Den Topf schließen und den Bigos bei niedriger Hitze etwa 2 Stunden schmoren lassen. Alle 20–25 Minuten gründlich vom Boden her umrühren, damit die süßlichen Kohlbestandteile nicht ansetzen. Das Fleisch soll zart werden, der Kohl weich sein und die Flüssigkeit nur leise blubbern.
Notiz: Bei sehr starkem Verdampfen die Hitze reduzieren. Bigos braucht Feuchtigkeit am Boden, aber keinen suppigen Flüssigkeitsspiegel.
Offen einkochen, bis der Bigos glänzend und dick ist
Die gebräunte Wurst wieder einrühren, den Deckel abnehmen und den Bigos weitere 35 bis 45 Minuten sanft einkochen lassen. Häufiger rühren, besonders am Rand und am Boden. Fertig ist die Konsistenz, wenn der Kohl glänzt, Fleisch und Wurst in einer dichten Krautmasse sitzen und beim Durchziehen mit dem Löffel keine wässrige Brühe nachläuft.
Notiz: Wirkt der Bigos trocken, den Deckel kurz wieder auflegen. Wirkt er suppig, offen weiterköcheln und geduldig reduzieren.
Abkühlen, ziehen lassen und wieder erwärmen
Sicher abkühlen und über Nacht ziehen lassen
Zutaten: 300 ml kaltes Wasser, wird nach dem Einweichen gefiltert und mitgeschmort · 3 Stück Lorbeerblätter, ganz mitgeschmort und vor dem Servieren entfernt
Den Topf vom Herd nehmen und die Lorbeerblätter entfernen. Den Bigos kurz abdampfen lassen, dann für schnelles Kühlen auf mehrere flache, saubere Behälter verteilen. Die Behälter in ein kaltes Wasserbad stellen und den Bigos gelegentlich umrühren. Innerhalb von zwei Stunden auf unter 10 °C abkühlen, anschließend abdecken und bei höchstens 5 °C über Nacht kalt stellen.
Notiz: Große Mengen nicht im warmen Schmortopf auskühlen lassen: In flachen Behältern sinkt die Temperatur deutlich schneller und gleichmäßiger.
Langsam wieder erwärmen und final abschmecken
Zutaten: 2 g feines Salz · 1 g frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Den Bigos am nächsten Tag bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren vollständig erwärmen. Er muss auch in der Mitte mindestens 70 °C erreichen und diese Temperatur 2 Minuten halten. Danach die Hitze reduzieren und erst jetzt das restliche Salz sowie den übrigen Pfeffer einrühren, weil Sauerkraut, Wurst und Reduktion bereits kräftig würzen.
Notiz: Fehlt Frische, aufgefangene Sauerkrautlake sehr vorsichtig einrühren. Ist der Bigos zu sauer oder salzig, mit ungewürztem gegartem Weißkohl oder wenig ungesalzenem Fond ausgleichen; weiteres Reduzieren würde Säure und Salz konzentrieren.
Heiß servieren und die Konsistenz halten
Zutaten: 300 ml kaltes Wasser, wird nach dem Einweichen gefiltert und mitgeschmort · 6 g feines Salz, aufgeteilt für Fleisch und finales Abschmecken · 350 g geräucherte Krakauer oder Kielbasa, in dicke Scheiben geschnitten, möglichst kräftig geräuchert
Den Bigos heiß, aber nicht sprudelnd kochend servieren. Vor dem Portionieren noch einmal umrühren, damit Fleisch, Wurst und Kohl gleichmäßig verteilt sind. Als Hauptgericht passt er pur in tiefen Tellern, mit kräftigem Roggenbrot oder mit Salzkartoffeln besonders gut.
Notiz: Beim Warmhalten den Bigos durchgehend bei mindestens 60 °C halten und regelmäßig umrühren. Den Deckel leicht schräg auflegen, damit nichts austrocknet und trotzdem wenig Kondenswasser zurücktropft.
Rezeptnotiz
Ein schwerer Schmortopf mit etwa 6–7 l Volumen ist ideal, weil Kohl am Anfang viel Platz braucht. Bigos ist kein Gericht mit nur einer einzigen Originalfassung; diese Version bleibt polnisch ausgerichtet, setzt aber bewusst auf klare Säurekontrolle, kräftige Röstaromen und eine dicke, löffelbare Konsistenz. Am besten schmeckt der Eintopf nach dem Abkühlen und erneuten Erwärmen am nächsten Tag.
Eigene Notizen
Häufige Fragen
Muss ich das Sauerkraut für Bigos immer abspülen?
Nein, pauschales Abspülen nimmt dem Bigos viel Charakter. Probiere das Sauerkraut zuerst: Ist es angenehm sauer, reicht Abtropfen und Ausdrücken. Nur sehr scharf-saures oder stark salziges Sauerkraut sollte kurz gespült werden.
Warum schmeckt Bigos am nächsten Tag besser?
Beim Abkühlen und erneuten Erwärmen verbinden sich Rauch, Fett, Kohlsüße, Pilzaroma und Säure deutlich harmonischer. Deshalb ist das Ruhen kein Trick, sondern ein geplanter Qualitätsprozess für einen runderen Krauteintopf.
Wie wird Bigos dick statt suppig?
Entscheidend sind drei Punkte: Weißkohl vorher anrösten, nur so viel Flüssigkeit zugeben, dass der Ansatz schmort, und am Ende offen einkochen. Der fertige Bigos soll glänzen und löffelbar sein, aber keine dünne Brühe bilden.
Welche Wurst passt für ein polnisches Bigos Rezept?
Gut passen geräucherte Krakauer, Kielbasa oder eine andere kräftig geräucherte Brühwurst mit grober Struktur. Sehr milde Wiener oder stark gewürzte Grillwürste verändern den Geschmack und bringen weniger Rauch in den Eintopf.
Kann ich Bigos vorbereiten und einfrieren?
Ja. Bigos nach dem Kochen zügig in flachen Behältern abkühlen und bei höchstens 5 °C lagern. Im Kühlschrank innerhalb von zwei bis drei Tagen verbrauchen. Eingefroren bleibt er etwa drei Monate stabil; langsam im Kühlschrank auftauen und beim Aufwärmen vollständig durcherhitzen.
Was tun, wenn mein Bigos zu sauer oder zu salzig schmeckt?
Zu starke Säure oder Salzigkeit nicht durch weiteres Einkochen korrigieren. Ungesalzenen gegarten Weißkohl einarbeiten oder vorsichtig ungesalzenen Fond ergänzen und die Konsistenz anschließend neu prüfen. Eine Kartoffelbeilage mildert den Eindruck auf dem Teller, verändert aber den Bigos selbst nicht.
Wie groß sollte der Topf für Bigos sein?
Für diese Menge ist ein schwerer Topf mit etwa 6–7 l Volumen sinnvoll. Der Kohl braucht am Anfang viel Platz, fällt aber beim Rösten deutlich zusammen. Ein zu kleiner Topf fördert Dämpfen statt Bräunen.