Ossobuco alla milanese mit Gremolata
Ossobuco alla milanese mit angebratenen Kalbsbeinscheiben, Weißwein-Fond-Sauce und Zitronen-Petersilien-Gremolata.
Die Kalbsbeinscheiben werden dünn mehliert, kräftig angebraten und bei milder Hitze geschmort. Der Fond reicht nur bis etwa zur halben Fleischhöhe.

Zutaten
Für das Ossobuco
Für das Ossobuco und die Gremolata
Für die Gremolata
Rezeptanleitung
Schritt für Schritt Ansicht
Abschnitt
Vorbereiten und anbraten
- 1
Kalbsbeinscheiben würzen und stabilisieren
Zutaten für diesen Schritt
Kalbsbeinscheiben rundum gründlich trocken tupfen. Die äußere Haut an mehreren Stellen leicht einschneiden, damit sich das Fleisch beim Anbraten nicht wölbt. Mit Meersalz und schwarzem Pfeffer würzen; wer sehr gleichmäßige Stücke möchte, bindet sie locker mit Küchengarn in Form.
Notiz
Nicht tief ins Fleisch schneiden, sonst verliert die Scheibe beim Schmoren leichter ihre Struktur.
- 2
Dünn mehlieren statt panieren
Zutaten für diesen Schritt
Weizenmehl Type 405 auf einen flachen Teller geben und die gewürzten Kalbsbeinscheiben nur hauchdünn darin wenden. Überschüssiges Mehl sorgfältig abklopfen, denn eine dicke Mehlschicht würde im Topf schneller bitter werden und die Sauce später stumpf wirken lassen.
Notiz
Das Mehl soll binden und Bräunung fördern, aber keine sichtbare Panade bilden.
- 3
Fleisch kräftig anbraten
Zutaten für diesen Schritt
Einen schweren, ofenfesten Schmortopf bei mittelhoher bis hoher Hitze vorheizen. Olivenöl und die Butter für diesen Arbeitsschritt hineingeben, dann die Kalbsbeinscheiben portionsweise anbraten, bis beide Schnittflächen goldbraune Röststellen zeigen. Das Fleisch herausnehmen und auf einem Teller sammeln.
Notiz
Lieber in zwei Durchgängen arbeiten: Liegt zu viel Fleisch im Topf, kühlt der Boden ab und das Ossobuco kocht statt zu braten.
Abschnitt
Schmorfond aufbauen
- 4
Gemüse weich anschwitzen
Zutaten für diesen Schritt
Die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und die Butter für diesen Arbeitsschritt in den Topf geben. Zwiebeln, Karotten und Staudensellerie darin anschwitzen, bis die Würfel weich werden und süßlich duften. Knoblauch erst gegen Ende zugeben, damit er aromatisch bleibt und nicht dunkel wird.
Notiz
Leichte Bräunung ist gut, schwarze Stellen am Knoblauch würden die helle Sauce bitter machen.
- 5
Mit Weißwein ablöschen und einkochen
Zutaten für diesen Schritt
Den trockenen Weißwein angießen und den Bratensatz mit einem Holzlöffel vom Topfboden lösen. Die Flüssigkeit offen einkochen lassen, bis der scharfe Alkoholduft verflogen ist und der Ansatz runder riecht. Dieser Schritt gibt der Sauce Tiefe, ohne sie schwer zu machen.
Notiz
Nicht sofort Fond nachgießen; erst das Reduzieren macht den Wein harmonisch.
- 6
Fond angießen und Fleisch einsetzen
Zutaten für diesen Schritt
Kalbsfond, Lorbeerblatt und Thymian in den Topf geben. Die angebratenen Kalbsbeinscheiben samt ausgetretenem Fleischsaft zurücklegen; die Flüssigkeit soll seitlich etwa bis zur halben Höhe des Fleisches reichen. Alles einmal sanft aufwallen lassen, dann die Hitze reduzieren.
Notiz
Ist das Fleisch komplett bedeckt, wird es eher gesiedet und verliert die typische geschmorte Textur.
Abschnitt
Sanft schmoren und Sauce vollenden
- 7
Bei milder Hitze schmoren
Den Topf abdecken und das Ossobuco bei 160 °C Ober-/Unterhitze im Ofen schmoren. Nach der Hälfte der Garzeit die Scheiben vorsichtig wenden und prüfen, ob noch genügend Flüssigkeit im Topf ist. Starkes Blubbern vermeiden und die Hitze bei Bedarf etwas senken.
Notiz
Ideal ist ein leises, kaum sichtbares Schmurgeln; so bleibt das Fleisch saftig und wird trotzdem mürbe.
- 8
Garzeichen prüfen und Fleisch ruhen lassen
Das Ossobuco ist fertig, wenn eine Gabel ohne Druck in das Fleisch gleitet und sich das Bindegewebe weich anfühlt. Die Scheiben vorsichtig aus dem Topf heben und abgedeckt ruhen lassen. Dabei bleibt die Struktur schöner, während die Sauce konzentriert wird.
Notiz
Fällt das Fleisch komplett auseinander, war die Hitze meist zu hoch oder die Garzeit deutlich zu lang.
- 9
Sauce reduzieren und abschmecken
Zutaten für diesen Schritt
Lorbeerblatt und Thymian entfernen. Die Sauce offen einkochen, bis sie leicht glänzt und das Gemüse weich gebunden wirkt. Mit Meersalz und schwarzem Pfeffer abschmecken. Wer eine feinere Sauce möchte, streicht sie teilweise durch ein Sieb, lässt aber genug Gemüsecharakter zurück.
Notiz
Die Sauce soll nicht dick wie Bratensauce werden, sondern das Fleisch saftig umhüllen.
Abschnitt
Gremolata mischen und servieren
- 10
Gremolata frisch hacken
Zutaten für diesen Schritt
Petersilienblätter fein hacken. Die Bio-Zitrone heiß abspülen, trockenreiben und nur die gelbe Schale fein abreiben, ohne die bittere weiße Schicht mitzunehmen. Knoblauch sehr fein hacken und alles mit Meersalz in einer Schüssel locker mischen.
Notiz
Je feiner der Knoblauch geschnitten ist, desto gleichmäßiger verteilt er sich ohne scharfe Stückchen.
- 11
Ossobuco anrichten
Die Kalbsbeinscheiben zurück in die heiße Sauce legen und nur kurz erwärmen, damit sie saftig bleiben. Auf vorgewärmten Tellern mit Sauce anrichten und die Gremolata direkt darüberstreuen. Dazu passen Risotto alla milanese, cremige Polenta oder Kartoffelpüree besonders gut.
Notiz
Das Knochenmark gehört unbedingt dazu: Es ist aromatisch, zart und wird traditionell mit dem Fleisch serviert.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet und beziehen sich auf die aktuell gewählte Portionsmenge.
Pro Portion und für das ganze Rezept werden die wichtigsten Makros sowie Ballaststoffe, Zucker und Salz angezeigt, sofern die Daten vollständig vorliegen.
Kalorien
574.8 kcal
pro Portion
2299.1 kcal
gesamt aktuell (4 Portionen)
Kohlenhydrate
21.4 g
pro Portion
85.5 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Protein
46.1 g
pro Portion
184.4 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Fett
29.2 g
pro Portion
116.9 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Ballaststoffe
3.5 g
pro Portion
14 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Zucker
5.63 g
pro Portion
22.5 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Salz
4.49 g
pro Portion
18 g
gesamt aktuell (4 Portionen)
Anmerkung
Hauptversion: Ossobuco alla milanese wird hier hell geschmort, also ohne Tomaten, mit Weißwein, Fond und frischer Gremolata. Als Beilage passen Risotto alla milanese, cremige Polenta, Kartoffelpüree oder schlichtes Weißbrot zum Auftunken der Sauce. Für eine tomatigere norditalienische Variante kann im eigenen Variantenlauf etwas Tomatenmark mit dem Gemüse angeröstet werden; die Mailänder Aromatik mit Zitrone, Petersilie und Knoblauch bleibt aber der prägende Akzent.
FAQ
Häufige Fragen
Am besten eignen sich Kalbsbeinscheiben mit Knochen aus der Hinterhaxe, etwa 3–4 cm dick. Sie enthalten Knochenmark und Bindegewebe, das beim Schmoren weich wird und die Sauce natürlich kräftigt.
Die Hauptversion orientiert sich an Ossobuco alla milanese: Kalbshaxe, Weißwein, Fond und frische Gremolata. Auf Tomaten wird bewusst verzichtet, weil die Mailänder Variante traditionell eher hell geschmort wird.
Die bekannteste Beilage zu Ossobuco ist Risotto alla milanese mit Safran. Ebenfalls sehr passend sind cremige Polenta, Kartoffelpüree oder geröstetes Weißbrot, weil alle die Schmorauce gut aufnehmen.
Ja, Ossobuco lässt sich sehr gut am Vortag schmoren. Fleisch und Sauce zusammen abkühlen lassen und langsam wieder erwärmen. Die Gremolata aber erst frisch vor dem Servieren hacken und darübergeben.
Zähes Ossobuco war meist zu kurz gegart oder hat zu stark gekocht. Die Scheiben brauchen sanfte Hitze, damit sich das Kollagen in Gelatine verwandelt. Erst wenn eine Gabel leicht eindringt, ist das Fleisch bereit.
Für die typische Mailänder Aromatik ist Weißwein ideal. Ohne Wein kannst du milden Kalbsfond verwenden und die Sauce am Ende mit wenig Saft aus der Bio-Zitrone ausbalancieren; sie schmeckt dann weniger original, aber trotzdem rund.
Reste in Sauce vollständig abkühlen lassen und luftdicht verschlossen im Kühlschrank bis zu 3 Tage aufbewahren. Zum Aufwärmen langsam erhitzen, nicht sprudelnd kochen, damit das Fleisch saftig bleibt.
Nein, bei Ossobuco darf das weich geschmorte Gemüse sichtbar bleiben. Für eine elegantere Sauce kannst du einen Teil durch ein Sieb streichen, solltest sie aber nicht komplett glatt pürieren.