Ossobuco alla milanese mit Gremolata
Kalbsbeinscheiben werden in Butter gebräunt, mit Weißwein und Kalbsfond sanft geschmort und mit frischer Kräuter-Gremolata vollendet.
Zart geschmorte Kalbsbeinscheiben treffen in der hellen, tomatenfreien Fassung auf eine glänzende Sauce und Gremolata aus Petersilie, Zitrone, Knoblauch, Salbei und Rosmarin.

- Vorbereiten
- 30 min
- Ruhen
- 5 min
- Kochen
- 2 h 25 min
Zutaten
Ossobuco
Ossobuco und Sauce
Sauce
Gremolata
So gelingt das Rezept
Du kochst für 4 Personen. Alle Mengen in den Schritten sind bereits angepasst.
Abschnitt
Kalbfleisch vorbereiten und anbraten
- 1
Kalbsbeinscheiben hygienisch vorbereiten
Zutaten für diesen Schritt
Die rohen Kalbsbeinscheiben nicht abwaschen. Sehr feuchte Oberflächen mit saugfähigem Einwegpapier abtupfen; benutztes Papier direkt wegwerfen. Die feste Außenhaut jeder Scheibe am Rand an vier bis fünf Stellen flach einschneiden, ohne tief ins Fleisch zu schneiden. So wölben sich die Scheiben beim Braten weniger. Fleisch rundum mit der größeren Salzteilmenge und der größeren Pfefferteilmenge würzen. Brett, Messer und alle berührten Flächen anschließend mit heißem Wasser und Spülmittel säubern; auch die Hände waschen. Für die später ungegart servierte Gremolata saubere Geräte verwenden.
- 2
Kalbsbeinscheiben hauchdünn mehlieren
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Trocken getupfte, eingeschnittene und gewürzte Kalbsbeinscheiben
Das Mehl auf einem flachen Teller verteilen. Die vorbereiteten Scheiben nacheinander beidseitig hineinlegen, sofort wieder anheben und den losen Überschuss sorgfältig abklopfen. Die Fleischoberfläche soll nur matt bestäubt sein; eine geschlossene weiße Mehlschicht würde beim Anbraten zu viel Fett aufnehmen und den Saucenansatz stumpf machen.
- 3
Zwiebel und Ossobuco in Butter bräunen
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Hauchdünn mehlierte Kalbsbeinscheiben
Die Zwiebel in möglichst kleine Würfel schneiden. Die größere Butterteilmenge in einem breiten schweren Bräter bei mittlerer Hitze schmelzen; sie soll hell bleiben und nicht bräunen. Die Zwiebel 6 bis 8 Minuten glasig und hellgolden anschwitzen und an den Rand schieben. Die Hitze erhöhen und die mehlierten Scheiben nebeneinander einlegen; falls sie sich berühren, in zwei Durchgängen braten. Jede Schnittfläche 3 bis 4 Minuten bräunen. Mit einer Zange wenden, nicht mit einer Gabel einstechen. Fleisch herausheben; Zwiebel, Butter und braunen Bratensatz im Bräter lassen.
Abschnitt
Helle Schmorgrundlage aufbauen
- 4
Bratensatz mit Weißwein lösen und reduzieren
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Heller Zwiebel-Butter-Ansatz mit braunem Bratensatz
Den Weißwein zum Zwiebelansatz gießen. Alle braunen Rückstände mit einem Holzlöffel aus den Bodenvertiefungen lösen und die Flüssigkeit offen 5 bis 7 Minuten lebhaft einkochen. Bereit ist der Ansatz, wenn er ungefähr auf die Hälfte reduziert ist und nicht mehr scharf alkoholisch riecht. Das Gericht ist trotz des langen Garens nicht garantiert alkoholfrei.
- 5
Fleisch mit Kalbsfond zum Schmoren ansetzen
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Beidseitig goldbraun angebratene Ossobuchi
- Auf die Hälfte reduzierter Weißwein-Zwiebel-Ansatz
Die angebratenen Ossobuchi samt ausgetretenem Fleischsaft zurück in den Bräter legen. Den größeren Fondteil angießen; den kleineren Teil zum möglichen Nachgießen zurückbehalten und separat heiß halten. Die Flüssigkeit soll seitlich etwa bis zur halben Fleischhöhe reichen, nicht die Oberseiten bedecken. Den Ansatz einmal bis zu leisem Blubbern erhitzen und sofort auf kleine Stufe zurückschalten.
- 6
Ossobuco zugedeckt sanft schmoren
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Ossobuchi im reduzierten Weißwein-Zwiebel-Fond
Den Bräter schließen und die Scheiben 90 Minuten bei sehr kleiner Hitze sanft schmoren; die Flüssigkeit darf nur vereinzelt blubbern. Nach 45 Minuten jede Scheibe vorsichtig wenden. Anschließend den Flüssigkeitsstand prüfen und nur bei starkem Verlust vom zurückbehaltenen heißen Fond ergänzen. Ab 90 Minuten alle 15 Minuten prüfen. Je nach Dicke und Tier sind insgesamt 90 bis 120 Minuten nötig.
- 7
Garzustand prüfen und Fleisch ruhen lassen
Schon vorbereitet
- Sanft geschmorte Ossobuchi in heller Sauce
Eine dünne Gabel seitlich in den dicksten Fleischbereich stecken. Sie soll ohne kräftigen Druck eindringen; das Fleisch bleibt dennoch als Scheibe zusammen und löst sich noch nicht vollständig vom Knochen. Zur sicheren Durcherhitzung muss es auch nahe am Knochen mindestens 70 °C für 2 Minuten erreicht haben. Die Scheiben mit einer Zange herausheben und 5 Minuten abgedeckt ruhen lassen. Die Sauce im Bräter belassen.
Abschnitt
Gremolata, Sauce und Anrichten
- 8
Kräuter-Gremolata frisch hacken
Zutaten für diesen Schritt
Salbei, Rosmarin und Petersilie unter kaltem fließendem Wasser waschen und sorgfältig trocken schütteln. Petersilienblätter, Salbeiblätter und abgezupfte Rosmarinnadeln sehr fein hacken. Die Zitrone unter lauwarmem fließendem Wasser gründlich waschen und trocknen. Nur die gelbe äußere Schale fein abreiben; die weiße Innenhaut aussparen. Knoblauch sehr fein hacken und alles locker mischen. Bis zur Verwendung nicht erwärmen.
- 9
Sauce reduzieren und mit Gremolata vollenden
Zutaten für diesen Schritt
Schon vorbereitet
- Vollständig gegarte, abgedeckt ruhende Ossobuchi
- Helle Schmorflüssigkeit mit weich gegarter Zwiebel
- Frisch gehackte Gremolata aus Kräutern, Zitronenschale und Knoblauch
Die Sauce offen 3 bis 8 Minuten lebhaft einkochen, bis sie leicht glänzt und einen Löffel dünn überzieht. Die kleinere Butterteilmenge einrühren. Mit der kleineren Salz- und Pfefferteilmenge abschmecken; bei bereits kräftigem Fond nur so viel davon verwenden, wie tatsächlich nötig ist. Gremolata vollständig einrühren, die Ossobuchi zurücklegen und zugedeckt 5 Minuten bei kleinster Hitze erwärmen. Nicht mehr sprudelnd kochen, damit die frischen Aromen erhalten bleiben.
- 10
Ossobuco mit Sauce und Mark servieren
Schon vorbereitet
- Ossobuco alla milanese in heller Sauce mit Gremolata
Je eine Kalbsbeinscheibe auf einen vorgewärmten Teller setzen und mit der hellen Sauce samt Zwiebel und Gremolata überziehen. Das Mark im Knochen gehört zum Gericht und kann mit einem kleinen Löffel ausgelöst werden. Sofort servieren; klassisch passen Risotto alla milanese oder Polenta dazu. Reste nicht lange warm stehen lassen, sondern zügig kühlen.
Nährwerte
Die Werte sind aus den hinterlegten Zutaten berechnet.
Angezeigt werden die Werte pro Person und für das gesamte Rezept (4 Personen).
Kalorien
525.2 kcal
pro Person
2100.7 kcal
gesamtes Rezept (4 Personen)
Kohlenhydrate
12.4 g
pro Person
49.6 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Protein
45 g
pro Person
180 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Fett
27.8 g
pro Person
111.3 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Ballaststoffe
1.68 g
pro Person
6.71 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Zucker
2.37 g
pro Person
9.49 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Salz
3.48 g
pro Person
13.9 g
gesamtes Rezept (4 Personen)
Häufige Fragen
Ideal sind quer geschnittene Scheiben aus der Hinterhaxe mit kleinem Markknochen und gleichmäßigem Fleischring. Eine Dicke von etwa 3 bis 4 Zentimetern hält beim langen Schmoren besser zusammen als sehr dünne Stücke. Beim Einkauf ausdrücklich nach Ossobuco-Scheiben fragen.
Es gibt historisch belegte Fassungen mit und ohne Tomate. Dieses Rezept folgt bewusst einer hellen, tomatenfreien lombardischen Linie mit Butter, Weißwein, Fond und Kräuter-Gremolata. Es behauptet deshalb nicht, alle Mailänder Varianten abzubilden.
Die feste Haut zieht sich beim Anbraten stärker zusammen als das innere Fleisch. Mehrere flache Schnitte am Rand verringern deshalb das Wölben. Nicht tief in den Fleischring schneiden, sonst verliert die Scheibe beim Schmoren leichter ihre Form.
Eine dünne Gabel dringt ohne kräftigen Druck in den dicksten Fleischbereich ein, während die Scheibe noch zusammenhält. Für die sichere Durcherhitzung muss das Fleisch auch nahe am Knochen mindestens 70 °C für 2 Minuten erreicht haben. Zähes Bindegewebe braucht weitere sanfte Garzeit.
So arbeiten Dampf, direkte Flüssigkeit und die Hitze des geschlossenen Bräters zusammen. Vollständig bedeckte Scheiben würden eher sieden. Sinkt der Pegel beim langen Schmoren deutlich ab, ausschließlich vom dafür zurückbehaltenen heißen Fond ergänzen und starkes Blubbern vermeiden.
Nein, Kochen entfernt Alkohol nicht garantiert vollständig. Wer aus gesundheitlichen, religiösen oder persönlichen Gründen vollständig darauf verzichten muss, ersetzt den Wein durch zusätzlichen Kalbsfond und balanciert die fertige Sauce vorsichtig mit etwas Zitronensaft. Das Ergebnis schmeckt anders.
Die Gremolata wird erst während der letzten Minuten in die Sauce gerührt. Dadurch verbinden sich Knoblauch und Kräuter mit dem Schmorfond, ohne ihr frisches Aroma vollständig zu verlieren. Dieses Rezept ergänzt Petersilie, Zitrone und Knoblauch um Salbei und Rosmarin.
Die klassische Kombination ist Risotto alla milanese mit Safran. Auch cremige Polenta nimmt die helle Sauce gut auf. Die Beilage ist nicht in Zutatenmenge oder Zeit dieses Rezepts eingerechnet und muss separat zubereitet werden.
Ja. Fleisch und Sauce rasch auf unter 7 °C abkühlen, geschlossen in den Kühlschrank stellen und spätestens am dritten Tag verzehren. Beim späteren Erwärmen überall mindestens 70 °C für 2 Minuten erreichen. Frische Gremolata am besten erst dabei ergänzen.
Weizenmehl enthält Gluten, Butter enthält Milch und Weißwein kann Sulfite enthalten. Auch Kalbsfond kann je nach Produkt weitere Allergene oder viel Salz mitbringen. Deshalb Packungsangaben prüfen und bei einer alkoholfreien Zubereitung bedenken, dass bloßes Kochen keine vollständige Entfernung garantiert.