Linzer Torte mit Haselnüssen und Johannisbeergelee

Haselnüsse, Zimt, Nelke und Zitronenschale würzen den mürben Teig. Säuerliches Johannisbeergelee und das Rautengitter prägen die Linzer Torte.

Der Teig wird nur kurz zusammengefügt, geteilt und gut gekühlt. Gleichmäßige Teigstärke, ein niedriger Rand und vollständig erkaltetes Gebäck verhindern Bruch und verlaufende Füllung.

Linzer Torte mit Haselnussteig, rotem Johannisbeergelee und Rautengitter
Gesamtzeit
52 h 10 min
Schwierigkeit
Mittel
ZeitplanIn 52 h 10 min auf dem Tisch
Vorbereiten
45 min
Ruhen
50 h 45 min
Kochen
40 min

Zutaten

Für Teig und Form

Für die Füllung

So gelingt das Rezept

  1. Abschnitt

    Haselnuss-Mürbeteig ansetzen

  2. 1

    Trockene Zutaten und Zitronenschale mischen

    Zutaten für diesen Schritt

    Mehl und Puderzucker in eine große Schüssel sieben. Haselnüsse, Vanillezucker, Zimt, Gewürznelken und Salz gründlich untermischen. Die Haselnüsse vorher riechen und eine kleine Probe kosten; bei muffigem, ranzigem oder bitterem Eindruck nicht verwenden. Unter warmem fließendem Wasser die Zitrone gründlich reinigen und danach abtrocknen. Ausschließlich die gelbe Schale fein über die Mischung reiben. Alles gleichmäßig verteilen, damit später keine Gewürznester bleiben.

  3. 2

    Ei aufteilen und Teig kurz zusammenfügen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Ei in einer kleinen Schale vollständig verquirlen und einen kleinen Anteil zugedeckt kalt stellen. Die kalten Butterwürfel mit den Fingerspitzen oder dem Flachrührer in die Mehl-Nuss-Mischung arbeiten, bis gleichmäßige feine Brösel entstehen. Das übrige Ei zugeben und nur so lange mischen, bis große feuchte Krümel beim Zusammendrücken halten. Nicht glatt kneten. Hände, Arbeitsfläche und Geräte nach dem Kontakt mit rohem Ei gründlich reinigen.

  4. 3

    Teig teilen und vollständig durchkühlen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den krümeligen Teig auf der Arbeitsfläche rasch zusammendrücken. Einen größeren Teil für Boden und Rand und einen kleineren Teil für das Gitter abnehmen. Beide Teile zu flachen Scheiben formen, getrennt abdecken und 60 Minuten kühlen. Danach sollen sie durchgehend kalt und fest sein, sich bei sanftem Druck aber noch biegen lassen; steinharte Scheiben vor dem Ausrollen kurz temperieren.

  5. Abschnitt

    Form auslegen und Torte zusammensetzen

  6. 4

    Springform auslegen und Backofen aufheizen

    Zutaten für diesen Schritt

    Eine Springform von 26 Zentimetern Durchmesser am Boden passgenau mit Backpapier auslegen und den inneren Rand dünn mit weicher Butter ausstreichen. Den Backofen vollständig auf 175 Grad Celsius Ober-/Unterhitze oder 160 Grad Celsius Umluft vorheizen und einen Rost im unteren Mittelfeld einschieben. Bei Umluft die Bräunung später etwas früher kontrollieren.

  7. 5

    Boden mit niedrigem Rand formen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den größeren Teigteil zwischen zwei Bögen Backpapier oder auf einer Silikonbackmatte unter einem Bogen gleichmäßig rund ausrollen. In die vorbereitete Form heben, den Boden ohne dünne Stellen andrücken und rundum einen niedrigen, gleich hohen Rand formen. Risse mit kleinen Teigstücken schließen und die Übergänge nur andrücken, nicht erneut kneten. Wird der Teig schmierig, die Form kurz kalt stellen.

  8. 6

    Johannisbeergelee geschlossen aufstreichen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das Johannisbeergelee kräftig glattrühren. Ist es sehr fest, zunächst bei Raumtemperatur geschmeidig werden lassen; kein Wasser einrühren. Das Gelee gleichmäßig auf dem Boden verteilen und rundum einen schmalen Abstand zum Teigrand lassen. Die Oberfläche glattziehen, damit das spätere Gitter überall auf derselben Höhe liegt.

  9. 7

    Teigstreifen als Rautengitter auflegen

    Zutaten für diesen Schritt

    Den kleineren Teigteil gekühlt zwischen Backpapier ausrollen und mit einem glatten Messer oder Teigrädchen in gleich breite Streifen schneiden. Eine Streifenlage diagonal über das Gelee legen, die zweite Lage in Gegenrichtung darüberführen und die Enden am Rand sanft andrücken. Eine dünne Winkelpalette hilft beim Anheben, ohne die Streifen zu dehnen. Brüchige Streifen kurz temperieren, weiche Streifen erneut kühlen.

  10. 8

    Gitter dünn mit dem zurückbehaltenen Ei bestreichen

    Zutaten für diesen Schritt

    Das kalt gestellte verquirlte Ei nochmals durchrühren. Gitter und Rand mit einem Backpinsel sparsam und lückenlos bestreichen, ohne Ei in das Gelee laufen zu lassen. Die Torte sofort in den vorgeheizten Ofen geben. Schale, Pinsel und berührte Flächen nach dem Umgang mit dem rohen Ei gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen.

  11. Abschnitt

    Backen, auskühlen und reifen lassen

  12. 9

    Gitter und Rand gleichmäßig goldbraun backen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Torte im unteren Mittelfeld etwa 40 Minuten backen und ab Minute 35 engmaschig kontrollieren. Sie ist fertig, wenn Gitter und Rand gleichmäßig goldbraun und trocken wirken, das Gelee zwischen den Streifen nur noch ruhig blubbert und der Rand stabil steht. Bräunt das Gitter zu früh, die Oberfläche locker mit Backpapier abschirmen, ohne es auf das Gelee zu drücken.

  13. 10

    Rand lösen und Torte vollständig erkalten lassen

    Zutaten für diesen Schritt

    Die Torte nach dem Backen 15 Minuten in der Form stabilisieren lassen. Den Rand mit einem dünnen Messer vorsichtig lösen, die Springform öffnen und die Torte auf dem Formboden etwa 90 Minuten vollständig erkalten lassen. Erst bewegen, wenn Boden und Gelee nicht mehr warm sind; warmer Nuss-Mürbeteig bricht leicht und warmes Gelee kann verlaufen.

  14. 11

    In der Dose reifen lassen und frisch bestäuben

    Zutaten für diesen Schritt

    Die vollständig kalte Torte in eine saubere, trockene und gut schließende Kuchendose setzen. An einem kühlen, trockenen Ort 48 Stunden reifen lassen, damit sich Frucht, Gewürze und Nuss-Mürbeteig verbinden. Vor dem Servieren aus der Dose nehmen, auf eine Platte setzen und den Puderzucker nur über die Teigflächen sieben; auf feuchtem Gelee löst er sich rasch auf.

Nährwerte nicht verfügbar

Für dieses Rezept liegen derzeit keine verlässlichen Nährwerte vor.

Häufige Fragen

Traditionelle österreichische Rezepte verwenden häufig Ribiselmarmelade, also eine Zubereitung aus roten Johannisbeeren. Dieses Rezept nimmt glattes Johannisbeergelee, weil es sich ohne Fruchtstücke gleichmäßig unter dem Gitter verteilen lässt. Entscheidend ist die deutliche Säure als Gegenpol zum süßen Nuss-Mürbeteig.

Beide Varianten sind historisch und in österreichischen Rezepten belegt. Diese Fassung verwendet Haselnüsse für ein kräftiges Röstaroma. Mandeln ergeben einen feineren, milderen Teig, sind aber kein eins zu eins geschmacklich identischer Ersatz.

Nicht zwingend. Österreichische Rezeptfassungen unterscheiden sich: Einige lockern die Linzer Masse mit Backpulver, andere arbeiten ohne chemisches Triebmittel. Hier entsteht die mürbe Struktur durch kalte Butter, kurzes Zusammenfügen und vollständiges Durchkühlen des Teigs.

Sehr kalter Teig ist spröde, zu warmer Teig klebt und verzieht sich. Spröden Teig kurz temperieren und weichen Teig erneut kühlen. Zwischen Backpapier ausrollen, nicht mit zusätzlichem Mehl trockenarbeiten und kleine Risse direkt mit Teigstücken schließen.

Das Gelee zuerst glatt und eben verstreichen. Die Streifen kalt, aber biegsam auflegen und mit einer dünnen Palette anheben, statt sie langzuziehen. Beim Bestreichen nur die Teigflächen treffen; in das Gelee gelaufenes Ei erzeugt matte Flecken.

Rand und Gitter sind gleichmäßig goldbraun, trocken und stabil. Die Fruchtfüllung blubbert zwischen den Rauten nur noch ruhig. Bleibt das Gitter blass, fehlt Röstaroma; wird es dunkelbraun, trocknet der mürbe Teig unnötig aus.

Während der Lagerung verteilt sich Feuchtigkeit aus der Fruchtfüllung im Nuss-Mürbeteig, und Zimt, Nelke, Zitrone und Haselnuss verbinden sich geschmacklich. Direkt nach dem Auskühlen ist die Torte bereits essbar, nach der Reifezeit lässt sie sich meist sauberer schneiden und schmeckt runder.

Vollständig erkaltet in einer sauberen, trockenen und gut schließenden Kuchendose an einem kühlen, trockenen Ort lagern und innerhalb etwa einer Woche verbrauchen. Bei Schimmel, gärigem Geruch oder ungewöhnlich feuchter Oberfläche die Torte vollständig entsorgen.

Ja. Die vollständig erkaltete Torte ohne Puderzucker dicht verpacken, möglichst portionsweise einfrieren und verpackt langsam auftauen lassen. Erst nach dem Auftauen bestäuben, damit der Zucker trocken und sichtbar bleibt.

Ja. Beide flach gedrückten Teigportionen sofort abdecken und bis zum nächsten Tag im Kühlschrank lagern. Rohe Eier gehören durchgehend in die Kühlung; den Teig nicht roh probieren und Arbeitsflächen sowie Geräte nach dem Eierkontakt gründlich reinigen.

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