Plany Rezeptdruck
Klassischer bayerischer Rettichsalat mit Schnittlauch
Sanftes Ausdrücken ist entscheidend: Die Rettichstreifen geben Flüssigkeit ab, werden aber nicht gequetscht. Schnittlauch kommt zuletzt dazu.

Nährwerte
Richtwerte pro Portion und für das gesamte Rezept.
Zutatenübersicht
Für 4 Portionen.
Rettich
- 800 g weißer Rettich, fest, frisch und möglichst ohne holzige Stellen
- 10 g feines Meersalz, zum Entwässern und Würzen des Rettichs
Essig-Öl-Dressing
- 45 ml Weißweinessig, mild, mit etwa fünf Prozent Säure
- 35 ml Sonnenblumenöl, neutral im Geschmack, damit der Rettich im Vordergrund bleibt
- 5 g Zucker, rundet die Säure ab, ohne den Salat süß zu machen
- 0,5 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, für eine feine, warme Schärfe
Zum Fertigstellen
- 15 g frischer Schnittlauch, in feine Röllchen geschnitten
Zubereitung
6 Schritte, mit den passenden Zutaten direkt im Ablauf.
Rettich vorbereiten und entwässern
Rettich schälen und fein hobeln
Zutaten: 800 g weißer Rettich
Den Rettich schälen, die Enden knapp abschneiden und längs in handliche Stücke teilen. Auf dem Gemüsehobel in sehr feine, gleichmäßige Scheiben oder Streifen hobeln; ideal ist eine Einstellung, bei der die Stücke biegsam bleiben und nicht brechen. Ungleich dicke Stücke ziehen später ungleich Wasser und wirken im Salat schnell grob.
Notiz: Holzige oder glasige Stellen großzügig entfernen, weil sie auch nach dem Salzen faserig bleiben.
Salzen und sichtbar Wasser ziehen lassen
Zutaten: 10 g feines Meersalz
Den gehobelten Rettich in einer weiten Schüssel mit dem Salz gründlich, aber locker vermengen. Die Streifen sollen überall leicht glänzen, ohne zerdrückt zu werden. 20 Minuten bei Raumtemperatur ziehen lassen, bis sich am Schüsselboden deutlich Flüssigkeit sammelt und der Rettich biegsamer, aber noch nicht schlapp wirkt.
Notiz: Die Ziehzeit nicht stark verkürzen: Ohne diesen Schritt wird das Dressing später verdünnt und der Salat schmeckt trotz Essig flach.
Rettich kontrolliert ausdrücken
Zutaten: 800 g weißer Rettich, fest, frisch und möglichst ohne holzige Stellen
Den Rettich portionsweise mit den Händen aufnehmen und nur so fest ausdrücken, dass die überschüssige Flüssigkeit abläuft. Die Streifen nicht auswringen wie ein Tuch, sonst werden sie gequetscht und verlieren den schönen Biss. Die ausgetretene Flüssigkeit wegschütten und die Schüssel kurz auswischen, damit das Dressing nicht sofort verwässert.
Notiz: Nicht abspülen: Dabei gehen Salz und Retticharoma verloren, und der Salat schmeckt anschließend deutlich flacher.
Dressing, Nachziehen und Servieren
Essig-Öl-Dressing ausgewogen rühren
Zutaten: 45 ml Weißweinessig · 35 ml Sonnenblumenöl · 5 g Zucker · 0,5 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Weißweinessig, Zucker und schwarzen Pfeffer in der sauberen Schüssel verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann das Sonnenblumenöl kräftig unterschlagen, sodass ein leicht gebundenes, glänzendes Dressing entsteht. Es soll klar säuerlich schmecken, aber nicht beißend; der ausgedrückte Rettich nimmt die Spitze gleich etwas zurück.
Notiz: Ein zu mildes Dressing wirkt nach dem Mischen oft langweilig, weil der Rettich immer noch etwas eigene Feuchtigkeit abgibt.
Rettich mit Schnittlauch locker mischen
Zutaten: 15 g frischer Schnittlauch
Den ausgedrückten Rettich in das Dressing geben und mit zwei Löffeln locker wenden, bis alle Streifen gleichmäßig benetzt sind. Den Schnittlauch erst jetzt unterheben, damit er frisch grün bleibt und nicht durch zu starkes Kneten zerquetscht wird. Der Salat soll saftig glänzen, aber nicht in Dressing schwimmen.
Notiz: Falls sich Streifen verklumpt haben, vorsichtig mit den Fingern auflockern, statt kräftig zu rühren.
Kurz nachziehen lassen und frisch servieren
Zutaten: 800 g weißer Rettich, fest, frisch und möglichst ohne holzige Stellen
Den Rettichsalat 15 Minuten bei Raumtemperatur nachziehen lassen, dann noch einmal vom Schüsselboden nach oben wenden. Probieren: Er ist richtig, wenn die Streifen knackig sind, die Schärfe angenehm wirkt und am Boden nur wenig Flüssigkeit steht. Zum Servieren mit einer Gabel oder einem Schaumlöffel anheben, damit überschüssiger Saft in der Schüssel bleibt.
Notiz: Für die Brotzeit am besten frisch servieren. Nach längerer Standzeit erneut wenden und nicht zusätzlich quetschen.
Rezeptnotiz
Der Salat schmeckt am besten frisch zur Brotzeit, zu Brezen, Bauernbrot, Obazda, Wurstsalat oder gegrilltem Fleisch. Sehr scharfer Rettich wird durch die Salzziehzeit milder; bitte nicht abspülen, sonst verliert er Aroma und wird schnell flach.
Eigene Notizen
Häufige Fragen
Warum muss Rettichsalat gesalzen und ausgedrückt werden?
Das Salz zieht überschüssiges Wasser aus dem Rettich und mildert seine Schärfe. Durch sanftes Ausdrücken bleibt das Essig-Öl-Dressing konzentriert, der Salat wird würzig und verwässert nicht so schnell.
Wie verhindere ich, dass bayerischer Rettichsalat wässrig wird?
Wichtig sind dünn und gleichmäßig gehobelte Streifen, genügend Salzziehzeit und eine saubere Schüssel nach dem Ausdrücken. Außerdem sollte der Salat nur kurz im Dressing nachziehen und vor dem Servieren noch einmal locker gewendet werden.
Kann ich Rettichsalat vorbereiten?
Ja. Den Rettich vorab hobeln, salzen, ausdrücken und abgedeckt kalt stellen. Dressing und Schnittlauch erst kurz vor dem Servieren untermischen, damit der Salat frisch, grün und knackig bleibt.
Wie lange hält sich Rettichsalat im Kühlschrank?
Gut abgedeckt hält er sich etwa einen Tag im Kühlschrank. Danach ist er meist noch essbar, verliert aber deutlich an Biss und gibt mehr Flüssigkeit ab. Vor dem Essen gründlich wenden und überschüssigen Saft nicht mit auf den Teller geben.
Kann ich den Rettichsalat auch mit Sahne oder Rahm machen?
Ja, das ist eine beliebte Variante, aber ein anderes Geschmacksprofil. Sahne oder Rahm machen den Salat milder und cremiger, während die klassische bayerische Version mit Essig und Öl frischer, klarer und brotzeittauglicher schmeckt.
Geht das Rezept auch mit schwarzem Rettich?
Schwarzer Rettich ist fester, schärfer und oft erdiger im Geschmack. Er braucht meist etwas mehr Ziehzeit und sehr dünne Scheiben. Für klassischen bayerischen Rettichsalat ist weißer Rettich die passendere und mildere Wahl.